GR-Wahl 2020: Vor der Wahl ist vor der nächsten Wahl. Am 26. Jänner wird schon wieder gewählt: Erste Weichen an der Spitze unserer 24 Gemeinden sind gestellt.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 18. September 2019 (04:32)
Wodicka; Foto-Montage Alex König

Noch steht alles im Schatten der vorgezogenen Nationalratswahlen, mit den Gemeinderatswahlen, die vergangene Woche fix mit 26. Jänner 2020 terminisiert wurden, stehen aber bereits die nächsten Wahlen direkt vor der Haustür. Im 2015 „schwärzesten“ Bezirk Österreichs stehen 2020 gleich einige Neuerungen ins Haus. Etliche Bürgermeisterwechsel wurden schon vollzogen, einige stehen noch vor der Tür.

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Arbesbachs Bürgermeister Alfred Hennerbichler tritt nicht mehr zur Wahl an

So wie in Arbesbach. Dort wird Bürgermeister Alfred Hennerbichler die ÖVP nicht mehr in die nächste Wahl führen. „Ich war jetzt 30 Jahre in der Gemeindepolitik, elf davon als Bürgermeister, 14 als Vizebürgermeister. Ich denke, das reicht“, sagt er. Spaß habe es ihm immer gemacht, betont er.

„Wenn man etwas nicht aus Überzeugung macht, dann macht man es schlecht. Aber ich bin kein Sesselkleber, junge Leute bringen wieder neuen Elan.“ Die Gemeinderatsperiode macht Hennerbichler noch fertig, als Spitzenkandidat wird aber dann Martin Frühwirth, Landwirt aus Etlas, die Volkspartei in die Gemeinderatswahl führen. Die ÖVP errang 2015 16 der 19 Mandate, geht auch 2020 als klare Favoritin in die Wahl.

Ein Wechsel steht auch in Kirchschlag bevor. Bürgermeister Johann Stieber möchte sich, wie bereits berichtet, nach dieser Periode zurückziehen. Lange Zeit stand praktisch fest, dass Vizebürgermeisterin Christina Martin ihm nachfolgen wird. Aufgrund schwerer gesundheitlicher Probleme wurden diese Pläne aber noch nicht abgesegnet, wie Martin, die aktuell auf Reha ist, der NÖN erzählt. „Es wird noch Gespräche geben“, sagt sie. Stieber selbst konnte trotz mehrmaliger Versuche von der NÖN telefonisch nicht erreicht werden.

Stadt Zwettl: Fraktionen wohl unverändert

Definitiv einen neuen Bürgermeister wird auch Ottenschlag bekommen. Gemeindechefin Christa Jager kündigte bereits Anfang des Jahres an, nicht mehr zu kandidieren. Statt ihr geht Paul Kirchberger als Spitzenkandidat in die Wahl.

Den Wechsel bereits vor zwei Jahren vollzogen hat die Stadtgemeinde Zwettl, dort folgte Franz Mold auf Herbert Prinz und wird die ÖVP auch in die Wahl führen.

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Der längstdienende Bürgermeister des Bezirks, Johann Hofbauer (Großgöttfritz) überlegt noch

In den anderen beiden Stadtgemeinden des Bezirks dürften die Stadtchefs bleiben. In Allentsteig kündigte Jürgen Koppensteiner bereits an, wieder zu kandidieren. In Groß Gerungs gibt sich Maximilian Igelsböck (seit 1995 im Amt) zwar noch bedeckt, verweist auf die Sitzung des Gemeindeparteivorstands am 3. Oktober, die Zeichen stehen aber dem Vernehmen nach auch bei ihm auf Fortsetzung seiner Amtszeit. Diese beläuft sich aktuell auf 24 Jahre.

Der längstdienende Bürgermeister des Bezirks, Johann Hofbauer, ist bereits seit 29 Jahren im Amt – und fühlt sich noch nicht amtsmüde. Ob er weiter Bürgermeister von Großgöttfritz bleibt, das wollte er auf NÖN-Anfrage aber noch nicht beantworten: „Das wird erst in den Gremien entschieden. Es gab noch keine Gespräche.“

„Ich bin guter Dinge, dass es in mehreren Ortschaften möglich sein wird, Grün zu wählen.“ Bezirkssprecher Andreas Piringer kündigt „einige Überraschungen“ an

Die Wechsel am Bürgermeistersessel bereits im Lauf der Gemeinderatsperiode vollzogen haben Göpfritz (Silvia Riedl-Weixlbraun übernahm Anfang des Jahres von Franz Gressl), Schweiggers (Josef Schaden übernahm Ende 2018 von Johann Hölzl), Bad Traunstein (Angela Fichtinger übergab 2018 an Roland Zimmer) und Grafenschlag (Franz Heiderer übernahm heuer die Geschäfte von Robert Hafner).
Keine Änderungen an der Spitze wird es in den beiden SPÖ-geführten Gemeinden Gutenbrunn und Bärnkopf geben, kündigt Bezirksparteivorsitzender Herbert Kraus an.

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Kirchschlags Johann Stieber wollte sich zurückziehen, das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Große Umstürze sind, was die Kräfteverhältnisse anbelangt, generell nicht zu erwarten. Auch wenn die Opposition in den Startlöchern scharrt. Größte Oppositionspartei war 2015 mit 17,7 Prozent die SPÖ. Sie war auch gleichzeitig neben der ÖVP die einzige Partei, die in allen Gemeinden auf dem Stimmzettel stand. „Das wird auch diesmal wieder so sein“, ist Bezirkschef Kraus überzeugt.

Nicht flächendeckend angetreten ist 2015 die FPÖ. 2020 sollen zumindest einige weitere Weiße Flecken ausgemerzt werden, kündigt Bezirksparteiobmann Alois Kainz an: „Definitiv zu sagen, in welchen Gemeinden wir diesmal antreten, dafür wäre es aber noch zu früh.“

Eine könnte jedoch Echsenbach sein, wo die Blauen zumindest bei jeder Wahl einen Beisitzer abstellten. Kainz lässt sich aber noch nicht in die Karten blicken.

Sechs Grün-Mandatare gibt es im Bezirk Zwettl, fünf davon allein in der Bezirkshauptstadt, wo sie 2015 zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat wurden. Dazu errangen die Grünen bei der vergangenen Wahl aus dem Stand ein Mandat in Schwarzenau. In diesen beiden Gemeinden werde man sicher wieder antreten, sagt Bezirkssprecher Andreas Piringer, der darüber hinaus „einige Überraschungen“ ankündigt.

Welche das sein könnten, darüber hüllt er noch den Mantel des Schweigens, verweist auf laufende Gespräche. Piringer sagt aber: „Ich bin guter Dinge, dass es bei der Wahl 2020 in mehreren Ortschaften die Möglichkeit geben wird, Grün zu wählen. In Zeiten wie diesen ist das ohnehin bitter notwendig.“

Umfrage beendet

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