Gute Bilanz in Schulen nach Semesterstart. Die Schulen im Bezirk Zwettl sind seit einer Woche wieder in der Präsenzlehre. „Hybridunterricht“ erleichtert Alltag an mehreren Standorten, Selbsttesten laufen problemlos.

Von Angelika Koll und Markus Füxl. Erstellt am 18. Februar 2021 (05:26)
Von daheim per Laptop ins Klassenzimmer: In der Privaten Mittelschule Zwettl wird auf Hybridunterricht gesetzt.
privat

Schichtbetrieb und Selbsttests gelten seit dem Semesterstart in den Schulen. Beides läuft bisher aber relativ reibungslos ab.

Die Selbsttests würden ohne Probleme funktionieren, berichtet Eric Schilcher, Direktor der Mittelschule Stift Zwettl. „Die Lehrer gehen mit gutem Beispiel voran und machen den Test gemeinsam mit den Schülern“, erwähnt er. Auch der Schichtbetrieb laufe gut. Die Eltern erhielten dafür solide Pläne, wann ihre Kinder in der Schule sind und wann zuhause. „Im Laufe des letzten Jahres ist man schon recht flexibel geworden“, meint Schilcher. Für die Zeit, die die Schüler im Distancelearning verbringen erhalten sie Aufgabenpakete, sodass alle am selben Stand sind.

Virtuelles Handheben von daheim

Auch Direktor der Privaten Mittelschule Zwettl Gerhard Uitz berichtet von einem reibungslosen Ablauf der Testungen. Freitags gibt es nun generell Videokonferenzen für die Schüler, Uitz hebt dazu hervor: „Besonders bei uns ist, dass wir von Montag bis Donnerstag Hybridunterricht haben.“ Die Kinder, die an diesen Tagen zuhause lernen, sind dabei per Video in die Klasse zugeschaltet. Mittels vom Elternverein der Schulen der Franziskanerinnen finanzierten Kameras und Mikrofonen ist es möglich, den Erklärungen der Lehrer live zu folgen oder auch direkt Fragen zu stellen, wenn es Schwierigkeiten beim Lernstoff gibt.

„Damit sind wir einige der wenigen Mittelschulen, die den Hybridunterricht so umsetzen“, meint Uitz und betont zudem, dass man auch nicht wolle, dass die Kinder sechs Stunden lang durchgehend vor dem Computer sitzen. Vielmehr seien sie für Erklärungen der Lehrer zugeschalten und arbeiten daraufhin wieder selbstständig. Fragen über den Chat sind aber jederzeit möglich.

In der Zwettler HLW wird von manchen Lehrern ebenfalls auf Hybridunterricht gesetzt, andere arbeiten über Arbeitsaufträge. „Fragen über den Chat sind aber in der Stunde immer möglich“, betont auch Direktor Gerhard Schenk. Auch die Testungen funktionieren gut. „Wir hatten in der Woche vor den Ferien schon einen Probelauf, weil wir die Eignungsprüfung für die BASOP hatten“, berichtet Schenk.

„Bürokratie ist ein Wahnsinn.“

Die ersten Tage mit den neuen Maßnahmen sind auch im Gymnasium gut verlaufen, wie Direktor Wolfgang Steinbauer berichtet. Schwierigkeiten bereite es etwas, wenn ein Schüler am Montag nicht in der Schule ist, am Dienstag jedoch schon, denn dann müsse er sich am Dienstag testen. Zudem erwähnt Steinbauer: „Die Bürokratie ist ein Wahnsinn.“ Angeben zu müssen wie viele getestet wurden, würde einiges an Zeit kosten. Eine weitere Herausforderung sieht Steinbauer nun mit den Schularbeiten auf sich zukommen. Nur für eine Stunde die gesamte Klasse in der Schule zu haben ist schwierig und „wenn es zwei Schularbeiten gibt, heißt es dann die andere war leichter“, bemerkt der Direktor.

Masken verhindern Mimik

Auch bei den Kleinsten bleibt die Situation angespannt. So hat etwa das Zwettler Apfelbäumchen weiter geöffnet, mindestens einmal pro Woche werden die Mitarbeiterinnen getestet. Sie tragen durchgehende Maske: „Das tut uns pädagogisch betrachtet im Herzen weh. Die Kinder können die Mimik nicht mehr lesen. Es ist ein Spagat, um die Betreuung sichern zu können“, sagt Leiterin Antonia Kastner. Viele Eltern ihrer Schützlinge arbeiten im systemkritischen Bereich: „Deshalb haben wir umsichtige Maßnahmen und gehen auch möglichst viel ins Freie.“ Für die Zukunft wünscht sich Kastner klare Leitfäden seitens der Behörden.