Herbert Kraus (SPÖ): „Nicht wirklich Fehler gemacht!“. SPÖ-Bezirks-Chef ist überzeugt, dass seine Partei die richtigen Themen hatte.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 18. Oktober 2017 (04:00)
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Betrübte Gesichter bei der SPÖ: Bezirksvorsitzender Herbert Kraus (l.) mit seiner Vorgängerin Adelheid Ebner und Regionalgeschäftsführer Josef Kromsian (M.) sowie Gutenbrunns Vizebürgermeister Manfred Hackl.

Ordentlich Federn lassen mussten die Sozialdemokraten, die im Bezirk Zwettl von der FPÖ eindeutig auf Platz 3 verwiesen wurden.

Am auffälligsten ist wohl, dass die „rote“ Gemeinde Gutenbrunn „kippte“ und dort die ÖVP nun bei einem höheren Stimmanteil hält. Jetzt bleibt der SPÖ im Bezirk – zumindest wenn es um das Nationalratswahlergebnis geht – nur noch eine „Hochburg“, nämlich Bärnkopf.

Aber selbst dort hat sie, wie in fast allen Gemeinden, verloren, nämlich über 4 %, und rutschte damit unter die 50-%-Marke. Zugewinne konnten die Sozialdemokraten lediglich in Bad Traunstein verzeichnen, exakt gehalten haben sie ihre 143 Stimmen in Waldhausen.

"Sachlichkeit ist in den Hintergrund gerutscht“

„Mit diesem Ergebnis kann man nicht zufrieden sein“, meint der neue Bezirksvorsitzende der SPÖ, Herbert Kraus. „Aber den Willen der Wähler hat man zu akzeptieren!“ Man habe viele Hausbesuche gemacht, und die Stimmung sei gut gewesen, meint Kraus, der allen Funktionären und freiwilligen Helfern für ihren Einsatz dankt. Es sei ihm zwar bewusst, dass der Bezirk Zwettl „kein rotes Kernland ist“, das Ergebnis habe ihn dennoch verwundert. Genauso, wie ihn die „eklatanten Gewinne der Blauen“ überrascht hätten.

„Wir haben im Bezirk nicht wirklich einen Fehler gemacht“, so der Bezirksvorsitzende, „und wir hatten auch die richtigen Themen. Unser Problem war nur: Wie bekomme ich sie an den Wähler? Wir Sozialdemokraten sind keine Populisten, und ich will Themen sachlich diskutieren. Aber die Sachlichkeit ist in den Hintergrund gerutscht.“

Jetzt schaut SP-Chef Herbert Kraus, der als Leistungssportler gelernt habe, wieder aufzustehen und stärker zurückzukommen, nach vorne: „Eigentlich sind wir nach der Wahl vor der Wahl. Die Nationalratswahl ist abgehakt, der Wahlkampf geht weiter. Wir werden uns für die Landtagswahl gut aufstellen und schauen, dass wir unsere Themen den Wählern besser vermitteln können!“