Hundehaltergesetz: Sind neue Regeln nötig?. Tierfreunde im Bezirk Zwettl sind zufrieden mit FP-Landesrat Gottfried Waldhäusls Forderungen, jedoch werden auch die Grenzen der zusätzlichen Gesetze gesehen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:26)
Michael Groschan mit den Hunden Theo und Ilvy in seinem Geschäft.
Franz Pfeffer

Das Hundehaltergesetz soll in Niederösterreich wieder ausgeweitet werden. So plant FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl unter anderem ein Beratungsgespräch vor der Hundeanschaffung und einen Hundepass, mehr dazu auf Seite 2. Die NÖN hat sich im Bezirk umgehört, wie man dazu steht.

Michael Groschan, Betreiber der Hundeschule mach.BAR in Zwettl meint: „Grundsätzlich sind die Änderungen zu begrüßen.“ Der Hundekauf würde doch immer wieder spontan beziehungsweise unüberlegt erfolgen. Bei dem Beratungsgespräch könne man sich so vergewissern, was ein Hund mit sich bringt, und was man beachten muss, etwa wie der Hund lernt. Jedoch würden sich die geplanten Maßnahmen bevor man sich einen Hund zulegt, auch begrenzen. „Die entscheidende Phase ist, wenn der Hund einzieht“, ist Groschan überzeugt. Beim Training sei es dann wichtig zu beachten, was der Hund auch im Leben erfüllen soll.

Der Obmann des Hundesportvereins Waldviertel Mitte, Andreas Bolomsky, spricht sich sehr positiv für die Forderungen von Landesrat Waldhäusl aus. „Für das Beratungsgespräch bin ich voll dafür“, meint er, und: „Viele Leute kommen wirklich mit dem falschen Hund in die Hundeschule.“ Das Gespräch im Vorfeld könne darüber informieren, welcher Hund überhaupt zu einem passt. Bezüglich der Sachkunde ist Bolomsky jedoch der Meinung, diese sollte in abgewandelter Form stattfinden. Auch der Hundepass könne durchaus Vorteile bringen. „Einen Impfpass gibt es schon. Das zu kombinieren mit Auffälligkeiten und Untersuchungen ist sicher gut“, sagt Bolomsky. Etwa bei einem Besitzerwechsel könnten solche Aufzeichnungen wichtige Informationen liefern.

Auch der Waldhausner Bürgermeister Christian Seper, dessen Lebensgefährtin einen Hund besitzt, hält es grundsätzlich für gut, Hundebesitzer zu schulen und Möglichkeiten aufzuzeigen, was mit einem Hund unternommen werden kann. „Eine Prüfung ersetzt aber nicht die persönliche Eignung. Der Mensch muss auch charakterlich bereit sein für einen Hund“, meint er. Das sei so wie Personen mit Führerschein manchmal dennoch nicht gut Autofahren können. „Wenn man sich wirklich mit einem Hund auseinandersetzt, macht man Kurse freiwillig“, ist er überzeugt.

Appell an die Eigenverantwortung

Dass gewisse Personen nicht geeignet sind Hunde zu besitzen, hat Seper selbst bereits erlebt und einmal als Bürgermeister ein Hundehaltungsverbot ausgesprochen. Das sei jedoch gar nicht so einfach und die Hürden, dass ein solches Verbot hält, nach momentaner Gesetzeslage hoch.

Adelheid Ebner, Bürgermeisterin von Gutenbrunn und Hundebesitzerin steht der neuerlichen Gesetzesänderung eher kritisch gegenüber und appelliert an die Eigenverantwortung der Besitzer. „Wir können noch so viele Vorschriften machen, wenn der Besitzer mit seinem Hund nicht macht, was er sollte, macht ers nicht“, sagt Ebner. Ihrer Meinung nach sind die geltenden Regelungen ausreichend, wenngleich die Gesetzesverschärfung natürlich den einen oder anderen wachrütteln könnte. „Ich habe schon seit vielen Jahrzehnten Hunde. Ich glaube, wenn man verantwortungsbewusst ist, wird man mit dem Hund zurechtkommen“, meint Ebner. Man müsse immer wissen, was man für den Hund braucht, und er müsse auch Gehorsam kennen.

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