Kampf gegen die Algen: Keine Chance für Seegras. Hitze und wenig Zufluss in die Gewässer sorgen für Algenbildung. Die Betreiber der Waldbäder und Naturteiche im Bezirk Zwettl wissen sich aber zu helfen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. August 2018 (05:00)
Christian Weber, Tobias Steindl, Werner Paulnsteiner, Peter Weber, Lukas Weichselbaum und Patrick Helmreich vom Samariterbund Groß Gerungs sorgen für die Aufsicht im Naturschwimmbad. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Reinigung mit dem Bodensauger, um Algenbildung zu verhindern.
Markus Füxl

26 Grad, das ist die Grenze im Naturschwimmbad Groß Gerungs. „Wir schauen, dass das Wasser diese Temperatur nicht überschreitet, sonst hätten wir Probleme mit dem Algenwachstum“, sagt Geschäftsführer Andreas Fuchs.

Mehrmals pro Woche wird Frischwasser aus den ehemaligen Wasserversorgungsquellen für Groß Gerungs in das Naturschwimmbad geleitet. Die Aufsicht über das Bad hat der Samariterbund.

Obmann Peter Weber und seine Kameraden reinigen das Becken täglich mit dem Bodensauger. Dazu kommt eine „biologische Wasserreinigung“: Nach der Vorreinigung des Wassers über einen Sandfilter wird es einer knapp 300 m² großen Pflanzenkläranlage zugeführt. Pflanzen und Bakterien reinigen das Wasser auf natürliche Weise, bevor es unterirdisch zurück in das Becken gepumpt wird.

Besonders in den Sommermonaten sei es wichtig, das Wasser durch die Algen nicht zu dunkel werden zu lassen: „Dunkles Wasser heizt sich noch schneller auf. Die Algen würden sich dann jede Stunde verdoppeln“, so Fuchs.

Schwanzflosse aus  Metall wälzt Wasser um

Beim Brühlteich in Schwarzenau fährt Bürgermeister Karl Elsigan seit letzter Woche schwere Geschütze gegen Algen auf: „Wir verwenden heuer erstmals einen sogenannten Oloiden“, so Elsigan im Gespräch mit der NÖN.

Das Gerät stammt aus der Schweiz und beruht auf dem gleichnamigen geometrischen Körper; er ähnelt der Schwanzflosse eines Fisches. Die Konstruktion wird auf der Oberfläche des Sees installiert und wälzt durch Paddel- bzw. Rührbewegungen das Wasser um. Dabei pumpt es Sauerstoff in den See, das Wasser an der Oberfläche gelangt in die tieferen Wasserschichten und vermindert so das Algenwachstum.

Die Idee dazu kam Elsigan, nachdem er nach dem selben Prinzip mit einem Motorboot das Wasser aufgewirbelt hatte. „Man hat den Unterschied bald gesehen. Jetzt erhoffen wir uns mit dem Oloiden ähnliche Ergebnisse wie in der Teichwirtschaft Sitzenberg-Reidling.“ In der Tullner Gemeinde führte der Oloide zu einen erhöhten Sauerstoffgehalt und einer sichtbaren Verringerung der Algen. Außerdem steigerte sich in den drei Jahren, in denen das Gerät eingesetzt wurde, der Jahresertrag an Karpfen um 30 Prozent.

Hitze aktuell keine Gefahr für Fische

Im Bezirk Zwettl hat die Hitze laut Stauseefischer Bernhard Berger keine negativen Auswirkungen für den Fischbestand: „Die Wassertemperatur ist aktuell nicht im kritischen Bereich, weder in der Zwettl, noch im Kamp und im Stausee Ottenstein.“

Während letztes Jahr vor allem in der Zwettl ein plötzliches Fischesterben zu beobachten war (die NÖN hat ausführlich berichtet), dürfte die Situation heuer entspannt sein. Auch das Algenvorkommen im Stausee Ottenstein sei „normal und nicht unnatürlich“, so Berger.

Ähnlich ist es bei anderen Waldbädern und Naturteichen. So führe der Frauenwieserteich in Langschlag aktuell „nicht mehr Algen als sonst“, so Bürgermeister Andreas Maringer. Regelmäßige Wasseruntersuchungen stellen dem Teich eine gute Wasserqualität aus. „Wir haben kein Problem mit Algen“, so Maringers Fazit.

Im Waldbad Rappottenstein hatte Gemeindearbeiter Josef Pömmer am Anfang des Sommers „etwas mit den Algen zu kämpfen“, sagt er im Gespräch mit der NÖN. Mittlerweile hat sich die Situation aber erholt: „Wir haben den Zulauf mehr aufgemacht, aktuell haben wir keine Probleme mit den Algen“, so Pömmer.