Kfz-Neuzulassungen: Diesel-Pkw wieder im Vormarsch. 49,9 Prozent aller „Neuen“ im Bezirk haben Diesel-Motoren.

Von Maximilian Köpf und Markus Füxl. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:53)
Quelle: Statistik Austria, Foto: ParabosStudio/shutterstock.com, NÖN-Grafik: Bischof

Klimasünder, Dieselkrise, laufende Gesetzesänderungen – die Zeiten für das liebste Fortbewegungsmittel der Menschen waren schon einmal einfacher. Die Zahlen der Neuzulassungen bleiben nach schwierigen Jahren weiter auf gutem Niveau. 2019 wurden im Bezirk Zwettl 1.336 Pkw neuzugelassen (2018: 1.448).

Dabei legt auch der zuletzt etwas in Verruf geratene Dieselmotor wieder zu. Fast die Hälfte und damit die Mehrheit der Neuzulassungen haben Dieselantriebe. Die Dieselkrise also überstanden? „Die war nie wirklich spürbar, Dieselmotoren sind immer noch die Nummer eins“, sagt Johann Kolm, Verkaufsleiter vom Lagerhaus Zwettl (Peugeot).

„Sie stoßen weniger CO 2 aus als Benziner. Und nach der Euro-6-Norm sind sie auch wirklich sauber.“ Sehr wohl gemerkt habe man die Auswirkungen im Autohaus Kolm (Renault und Mazda) in Zwettl. „Der Dieselanteil war früher sehr hoch. Das ist er auch heute noch. Man hat aber schon gemerkt, dass Kunden, die vorher Diesel gefahren sind, dann doch auch Benzin-Motoren umgestiegen sind“, sagt Geschäftsführer Thomas Kolm. „Dass jemand, der einmal Diesel gefahren ist, wieder einen Diesel nimmt – so ist das nicht mehr.“

„Vor allem in unserer Region werden Elek-troautos als Zweitfahrzeuge interessant.“ Autohändler Thomas Kolm

Immer stärker im Kommen sind im Bezirk Zwettl auch Elektro-Autos. Im Autohaus Kolm betrage der Anteil der verkauften e-Autos bei Renault schon rund 15 Prozent. „Wir sind damals vor rund sieben Jahren gleich aufgesprungen, haben eine eigene Ladestation beim Autohaus gebaut“, sagt Thomas Kolm.

„Mittlerweile tauschen die ersten Kunden ihre damals gekauften e-Autos schon wieder auf neue um.“ Dass Renault im November den neuen Zoe auf den Markt brachte, steigerte das Interesse noch einmal. „Ein Vorteil ist auch, dass durch die Mietbatterie die Kosten günstig gehalten werden können, dazu gibt‘s die lebenslange Ersatzgarantie.“

Auf den e-Auto-Zug will auch Peugeot verstärkt aufspringen. „Seit Jahresbeginn sind die neuen Modelle auf dem Markt, seither steigen die Verkäufe“, sagt Johann Kolm. „Das Ziel ist, dass fünf Prozent der heurigen Verkäufe Elektroautos sind.“

Was die Zukunft bringen wird, da gehen die Meinungen der Autohändler alle in dieselbe Richtung. Neben Elektroantrieben werden vor allem auch Hybrid-Motoren (besonders in der Plug-in-Variante) immer mehr werden. „Den Hybridantrieben gehört die Zukunft“, ist Johann Kolm überzeugt. Thomas Kolm ergänzt: „Vor allem in unserer Region werden Elektroautos als Zweitfahrzeuge interessant.“

Auf mittlerweile 23 Jahren Erfahrung im Hybridbereich kann das Autohaus Toyota Bauer zurückblicken. Geschäftsführerin Karin Traxler-Bauer erklärt: „Für viele ist das neu, für uns nicht. Die Angst vor alternativen Antriebsarten nimmt ab.“ Der Vorteil von Hybrid-Motoren zu herkömmlichen e-Autos liege auch in der Reichweite: „Mit einem Hybrid kannst du auch gemütlich nach Salzburg fahren und dir einen Kaffee holen“, sagt Traxler-Bauer.

Bei ihr gibt es nur Hybrid und Benzin im Angebot. Der Trend ist klar: „Die Tendenz geht vom e-Auto in Richtung Hybrid.“ Was die Kunden im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren am Hybrid schätzen? „Sie fahren alle mit Automatik. Es ist ein stressfreieres Fahren. Viele Kunden sagen: Hätte ich das nur vorher gewusst.“

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