Leichter Anstieg bei Kriminalität. 44 Delikte mehr als im Jahr davor kamen 2019 zur Anzeige. Aufklärungsquote im Bezirk liegt im NÖ-Spitzenfeld.

Von Markus Füxl. Erstellt am 23. Mai 2020 (06:27)
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Das Bundesministerium für Inneres veröffentlichte die Kriminalstatistik für das Jahr 2019. Im Zwettler Bezirk ist die Zahl der angezeigten strafbaren Handlungen dabei wie im NÖ Landesschnitt geringfügig gestiegen: Insgesamt wurden im Kalenderjahr 2019 um exakt 44 Delikte mehr zur Anzeige gebracht als 2018. Insgesamt wurden 957 Delikte bekannt.

Als Grund für den leichten Anstieg führt Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader ein Mehr an Delikte bei der niederschwelligen Kriminalität. Erfreulich sei, dass die Zahl der Einbruchsdiebstähle im Vergleich zu 2019 (84 Delikte) auf nur mehr 18 gesunken ist.

Ein positiver Trend ist auch bei den Delikten gegen Leib und Leben zu beobachten, betont der Bezirkspolizeikommandant: Gab es 2018 noch 238 Vorfälle, ist die Zahl im Vorjahr mit 198 auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens zehn Jahren. „Der Rückgang erklärt sich vor allem aus einem Rückgang der Verkehrsunfälle mit Personenschaden“, erklärt Mader.

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Insgesamt gab es im Vorjahr 2.057 Verkehrsunfälle mit 217 Verletzten. Zwar kam dabei nur ein Mensch zu Tode, allerdings betont Mader: „Im Zeitraum Jänner bis April des heurigen Jahres sind bereits sechs Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben.“

Verwaltungsübertretungen gab es im Vorjahr insgesamt 3.340, davon 284 wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie 114 wegen Alkohol am Steuer. Die Sachbeschädigungen an Autos verdoppelte sich in den vergangenen zwei Jahren von 25 auf 53.

Bei den Vermögensdelikten kam es zu einem Rückgang auf 512 (2018: 442). Delikte gegen die Freiheit oder die sexuelle Selbstbestimmung stiegen auf 80 an (2018: 61). Traurig: Kam 2018 noch keine Vergewaltigung zur Anzeige, gab es 2019 fünf.

Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader sprach mit der NÖN über die Kriminalstatistik.
René Denk

Ein Teilbereich, der seit den vergangenen Jahren kontinuierlich steigt, ist die Cyberkriminalität. Erpressungen über das Internet stiegen etwa auf 10 Fälle (2018: 2). Einen leichten Rückgang gab es bei Strafrechts-Nebengesetzen, dabei geht es vorwiegend um Suchtdelikte, auf 71 (2018: 88). Einen Coup landeten die Beamten bei einer Hausdurchsuchung: „Wir stellten an die sieben Kilogramm hochprozentiges Cannabis sicher“, sagt Mader.

Dass gut gearbeitet wird, zeigt auch die Aufklärungsquote . Sie liegt mit 64 Prozent deutlich über dem Landesschnitt (52,8 Prozent). Allerdings relativiert der Bezirkspolizeikommandant: „Bei uns besteht der Großteil aus Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Die werden quasi restlos aufgeklärt.“ Trotzdem lobt er seine Kollegen: „Gegenüber West-Österreich zum Beispiel leisten wir gute Arbeit.“