Leistbare Baugründe vielerorts Problem. Die Bezirksstadt sticht etwas heraus, doch der Rest des Bezirkes Zwettl bietet günstiges Bauland wie kaum anderswo.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:38)
Leistbarkeit von Baugrund in NÖ
Quelle & Karte: OGM

Das Waldviertel ist nach wie vor ein recht günstiges Pflaster. Gerade im Niederösterreich-Vergleich sind Baugründe hier meist günstig wie kaum anderswo. Für Häuslbauer ein extrem wichtiges Argument, da der Bau an sich schon genug Geld kostet. Ein Grundstück mit Wien-Nähe ist für viele gar unleistbar, wenn der Quadratmeterpreis schon mehrere hundert Euro ausmachen kann.

Laut ogm.at mit Preisen um die 15 Euro bieten die meisten Zwettler Gemeinden einen wahren Schnäppchenpreis. Das Niveau ist dabei im gesamten Bezirk recht ähnlich, mal mehr, mal weniger. Einzig Zwettl ist als Bezirksstadt mit im Durchschnitt 33 Euro etwas darüber. Die Preisschere kann dabei aber laut Bürgermeister Franz Mold stark auseinandergehen. „Der Quadratmeter ist in manchen Orten mit rund 15 Euro sehr billig. In Zwettl direkt können die Preise aber auch schon mal 100 Euro erreichen“, berichtet er.

Sonderlich große Bauland-Reserven gäbe es dabei ohnehin nicht. Vor allem Betriebsbauland sei sehr rar. Beim Wohnbauland sehe die Lage aber auch nicht viel besser aus, und das Kapazitätslimit sei fast erreicht. „Wir sind deshalb ständig bemüht, mehr Angebot zu schaffen. Wir können nur gewinnen, wenn wir junge Menschen auch hier halten oder Menschen aus der Stadt wiedergewinnen können“, schildert Mold.

Ein großes Problem sei dabei, dass sich große Flächen Baulandes in Privatbesitz befinden und auch nicht verkauft werden. „Viele Widmungen erfolgten zu Anfangszeiten der Großgemeinde. Damals gab es keinen Bauzwang“, erzählt Mold. Von Seiten der Gesetzgebung würde die Umwidmung ebenfalls schwieriger werden. Die Erhaltung von Grünflächen bleibt ein großes Gegenargument zur Bauplatzerweiterung.

In Allentsteig liegt der Preis für den Quadratmeter aktuell bei zwölf Euro, für Bürgermeister Jürgen Koppensteiner ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Glasfaser in der gesamten Gemeinde sei ein weiteres wichtiges Argument, dass zur Attraktivität beitrage. Das Interesse an Bauland sei über das letzte Jahr nämlich schlagartig gestiegen. Corona brachte einen weiteren Nachfrageschub.

Bereits 13 von 15 neuen Bauplätzen vergeben

„Es ist eine sehr positive Entwicklung, dass wieder mehr junge Menschen in der Heimat bleiben wollen“, erzählt Koppensteiner. Aktuell sei man deshalb auch wieder knapp an der Grenze der Kapazitäten. Nur vier Bauplätze sind momentan frei. Auch von den 15 neuen Bauplätzen der jüngsten Siedlungserweiterung sind 13 bereits vergeben. Die Erschließung weiterer Bauparzellen ist in Planung. „Erfahrungsgemäß wissen wir, dass vom Ankauf und der Widmung bis zur Erschließung schon zwei bis drei Jahre vergehen können. Deshalb müssen wir uns jetzt wieder rasch Gedanken machen, damit wir rechtzeitig wieder genügend Angebot haben“, schildert Koppensteiner.

Bauplatzmäßig am Limit bewegt sich auch die Gemeinde Ottenschlag. „Wir suchen schon die längste Zeit nach neuen Gründen, aber alleine die Widmung zu bekommen, ist schon schwierig“, erklärt Bürgermeister Paul Kirchberger. Erweiterungen sind aber angedacht. Bis zur Realisierung könnte es laut Kirchberger noch dauern. Das Thema ist der Gemeinde ein wichtiges Anliegen. „Wir wollen schließlich junge Familien in der Region halten und ihnen Baugründe zukommen lassen. 80-jährige Zweitwohnsitzer sind natürlich willkommen, aber die Schulen und Kindergärten füllen sie uns nicht an.“

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