Musik tönt von Zuhause. Viele Auftritte und musikalische Feste sind abgesagt, aber die Musiker stehen nicht still.

Von Angelika Koll. Erstellt am 16. April 2020 (06:02)
Alexander Kastner schickt seinen Schülern Videos.
Georg Fessl

Musikalische Zusammentreffen gestalten sich in Zeiten von Corona schwierig. Teilweise konnten andere Lösungen gefunden werden.

Der Unterricht an Musikschulen wird von Zuhause aus fortgesetzt. „Wider Erwarten geht das relativ gut“, meint der Leiter der Regionalmusikschule Waldviertel Mitte, Alexander Kastner. Die Lehrer würden alle nach ihren persönlichen Möglichkeiten agieren, so kommunizieren manche per Skype mit ihren Schülern, andere telefonieren. Kastner selbst etwa ließe sich Aufnahmen schicken und antwortet wenn nötig selbst mit einem Video. Er erwähnt, dass das nun zusätzliche Arbeit bereite: „Man muss alles erst einrichten und braucht ein komplett anderes Unterrichtskonzept.“ Die Schüler fänden die Art von Unterricht aber durchaus lustig.

Das Schulgeld für die Regionalmusikschule läuft normal weiter, im Gegensatz etwa zur Musikschule Groß Gerungs, wo es für April ausgesetzt wurde. Wie Kastner erklärt werde man am Ende des Jahres abrechnen, wie viele Stunden tatsächlich erhalten wurden. Dann könnten eventuelle Rückforderungen gestellt werden. Das sei auch der Vorschlag vom Land.

Karwoche war sehr eigenartig

Auf Aufnahmen beschränken sind auch die Chöre von Stift Zwettl, wie Stiftskapellmeister Marco Paolacci erklärt. Gemeinsame Chorproben würden wohl noch länger nicht möglich sein. Dabei könnte auch kein Mundschutz getragen werden. Natürlich sind andererseits auch Projekte und Konzerte abgesagt, für die man proben müsste. „Auch eine Chorreise in meine Heimat nach Südtirol war im Sommer geplant“, bedauert Paolacci, und gerade die Karwoche war für ihn sehr eigenartig: „Normal ist das für einen Kirchenmusiker die anstrengendste Zeit im Jahr.“

Organisatorische Arbeit für zukünftige Projekte könne Paolacci aber gut im Homeoffice erledigen. Ob jedoch das für Anfang Juli geplante Konzertfestival Zusammenspiel stattfinden kann, wird in den nächsten beiden Wochen entschieden.

Martin Hausleitner hofft auf Blasmusikveranstaltungen im Sommer.
privat

Mit Absagen müssen sich auch die Blasmusikkapellen abgeben, so finden etwa in diesem Jahr keine Wertungen statt, wie Bezirksobmann Martin Hausleitner anmerkt. „Wir können nur hoffen, dass jeder Zuhause ein bisschen übt“, meint er. Auch über Videokonferenzen zu proben sei nicht möglich, da der Ton zu verzerrt wäre. „Wenn ich daheim probe, suche ich mir das Arrangement auf Youtube und spiel meine Stimme dazu“, erwähnt Hausleitner.

Der Bezirksobmann hofft, zumindest Registerproben bald wieder machen zu können, und auch die Tage der Blasmusik vielleicht durchführen zu können. „Das wird sonst ein fader Sommer ohne Blasmusik.“