Neues Jugendschutzgesetz: Die Rückkehr der Bändchen?. Nicht zielführende Lösung mit Bändern wird bei Veranstaltern wieder angedacht.

Von Markus Füxl. Erstellt am 03. Januar 2019 (04:00)
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Symbolbild

Seit dem 1. Jänner gibt es neue Spielregeln für Jugendliche. Das novellierte Jugendgesetz erhöht die gesetzliche Altersgrenze, ab der Rauchen und der Konsum von harten Getränken erlaubt ist, von 16 auf 18 Jahren.

Für viele Festveranstalter bedeutet das Gesetz einen Mehraufwand, weiß der Organisator der Ballermannparty in Großglobnitz, Daniel Kerschbaum. Seit fünf Jahren herrscht auf der Ballermannparty Eintritt ab 16. Damit ersparte man sich das Verteilen von farbigen Bändchen. „Das müssen wir jetzt wieder einführen. Wir können es uns nicht leisten, den Eintritt erst ab 18 zu machen.“

Gerade die Unterscheidung, ob ein Gast noch knapp unter 18, oder bereits volljährig ist, gestalte sich oft schwierig, so Kerschbaum. Auf dem Gelände der Party wird er 2019 deshalb auch neue Hinweistafeln aufstellen, die auf das Gesetz hinweisen.

„Man kennt das Problem, die jüngeren schicken jemand älteren, der die Getränke holt. Es gibt immer Auswege, die das organisatorisch schwer machen.“Fabian Todt

Die Lösung mit Bändchen hält Fabian Todt vom Jugendverein „Bluemonkeys“ in Zwettl für nicht zielführend: „Man kennt das Problem, die jüngeren schicken jemand älteren, der die Getränke holt. Es gibt immer Auswege, die das organisatorisch schwer machen.“

Bei Veranstaltungen der „Bluemonkeys“, wie etwa dem „Noch da Hock‘n Clubbing“ vor wenigen Wochen, gibt es immer einen geregelten Eingang mit entsprechender Alterskontrolle. „Bei Lokalen wird das wahrscheinlich schwieriger, da wird man den Eintritt vereinzelt auf 18 anheben müssen. So wie in Irland oder England, wo vor jedem Pub ein Security steht und kontrolliert, wird es bei uns am Land nicht gehen“, sagt Todt.

Wie reagieren die Wirte auf das neue Jugendgesetz? „Es gab noch keinen Aufschrei, der Wechsel dürfte ruhig über die Bühne gehen“, sagt Wirtevertreterin Helene Mayerhofer. Ob die Novelle Auswirkungen auf den Umsatz hat, müsse man erst abwarten.

Für die Polizei bedeutet das neue Gesetz keine Umstellung bei der Überwachung, so Bezirkspolizeikommandant Rudolf Mader. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz kommen im Bezirk Zwettl ohnehin nur selten vor. „In erster Linie werden dann von uns die Erziehungsberechtigten verständigt, sofern keine weiteren Vergehen vorliegen, die eine Verwaltungsanzeige nach sich ziehen.“

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