Rentner: „Gab mich nicht als Polizist aus“. „Ich habe von der Frau kein Geld erpresst. Im Gegenteil, sie hat mich ausgenommen“, präsentierte sich Waldviertler (41) als Opfer.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (03:45)
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Ich fange doch mit 41 Jahren nicht als Betrüger an“, leugnete Waldviertler aus dem Norden des Zwettler Bezirks vor Gericht den Betrugsvorwurf.

Er habe der Tschechin nicht vorgespielt, ein Polizist zu sein, der ihr gegen Bezahlung Papiere (unter anderem einen EU-Pass und Aufenthaltstitel) besorgen könne, beteuert er und erzählt dem Schöffensenat eine ganz andere Geschichte.

Krankheitsbedingt sei er seit Jahrzehnten in Pension und lebe in einer harmonischen Partnerschaft. „Ich habe an Frauen kein Interesse “, gibt er seine sexuelle Präferenz preis. Aber es habe immer einen Kinderwunsch gegeben und die „nette“ Tschechin sei bereit gewesen, diesen Wunsch zu erfüllen. Er habe kein Geld gefordert oder zu erpressen versucht, erklärt er. Im Gegenteil: Er habe der Frau mit insgesamt 12.000 Euro ausgeholfen, unter anderem bei einer Wohnung, und auch, als ihr Bruder angeblich erkrankte.

Er habe ihr auch zugesagt, bei Behördengängen behilflich zu sein, sonst nichts. „Es war alles Lug und Trug. Ich bin von Freunden auch gewarnt worden, dass sie mir nur etwas vorspielt. Jetzt will sie einen Rumänen heiraten, keine Rede mehr von einem Kind, das Geld ist weg und ich sitze mit einer Anzeige da“, präsentiert sich der Angeklagte vor Gericht als Opfer der Frau.

Letztlich steht Aussage gegen Aussage: Der bislang unbescholtene Waldviertler wird vom Betrugsvorwurf im Zweifel freigesprochen. Rechtskräftig.