Sternsinger singen nicht, sondern reimen. Die Auflagen für die Dreikönigsaktion sind hoch, so darf nicht an der Tür gesungen werden und nicht in allen Pfarren wird von Haus zu Haus gegangen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 31. Dezember 2020 (03:48)
Weingartner

Wie so vieles ist auch die Sternsingeraktion von der Corona-Pandemie betroffen. Auch wenn sie trotz Lockdown stattfinden darf, verzichten manche Pfarren darauf, während andere sich bemühen, die Aktion mit allen Schutzmaßnahmen umzusetzen.

„Ich bin froh, dass diese wichtige Aktion überhaupt möglich ist. Das Geld ist ja nicht für uns, sondern für Menschen in der Dritten Welt“, meint Dechant Andreas Bühringer. Generell solle aber jede Pfarre selbst entscheiden, wie sie die Dreikönigsaktion handhaben möchte. So gibt es teilweise neue Lösungen, wie dass die Sternsinger nur an einem Termin vor der Kapelle singen. Gehen sie von Haus zu Haus, sind die Auflagen jedenfalls hoch. Das bedeutet Maske und nur ein Treffen an der Haustüre mit Abstand.

Anmeldung erstmals elektronisch

In Zwettl möchte man die Sternsingeraktion soweit möglich durchführen, wie Pfarrer Thomas Kuziora berichtet. Er sei zudem überrascht gewesen wie schnell und wie viele Kinder sich auch in diesem besonderen Jahr dafür angemeldet haben. Dabei habe man neue Wege eingeschlagen. „Wir haben die Anmeldung zum ersten Mal elek-tronisch durchgeführt“, berichtet Kuziora. Und das wird wohl auch in Zukunft so beibehalten, da die Anmeldung so viel einfacher vonstattenging. So sind die Kinder für Zwettl bereits voll eingeteilt, in Großglobnitz und Marbach werde man noch schauen, wie sich die Situation entwickelt. Kuziora merkt zudem an: „Wir müssen dieses Jahr flexibel bleiben und mit den Ungewissheiten leben.“

Dennoch könne er mit reinem Gewissen sagen, alles unternommen zu haben, damit die Sternsingeraktion stattfinden kann. So sind etwa kleinere Gruppen eingeteilt. Gesungen wird nicht, stattdessen wurde ein Reim gedichtet. Zudem werden die Gewänder ständig gelüftet oder teilweise gewaschen.

In Schwarzenau ist man ebenfalls bemüht, die Dreikönigsaktion reibungslos durchzuführen, obwohl man fast überrascht war, dass sie stattfinden darf, wie Pfarrgemeinderatsobmann Reinhard Poppinger berichtet. So werden die Kinder am 2. Jänner ab 8 Uhr Spenden sammeln. „Es ist für mich wichtig, dass die Leute sehen, dass trotz allem jemand kommt und das Datum auf der Tür ausbessert“, meint Poppinger. Dabei wird man sich natürlich nicht lange aufhalten und auf keinen Fall ins Haus gehen, zudem sind die Sternsinger in Kleinstgruppen eingeteilt, sodass teilweise nur Geschwister gemeinsam gehen.

„Eine Gefahr ist natürlich, dass manche Leute in dieser Zeit vielleicht nicht aufmachen“, meint Poppinger. Man möchte dazu aber die Möglichkeit kommunizieren, schon vorab ein Sackerl für die Sternsinger vor die Haustüre zu stellen. So kann die Aktion auch vollkommen kontaktlos stattfinden. Kinder haben sich genug gemeldet. „Isabella Decker hat das organisiert und es geschafft, genügend Sternsinger zu finden“, erzählt Poppinger. Ist es zwar manchen in diesem Jahr vielleicht zu gefährlich, so ist auch niemand zum Skifahren weg.

Keinen Besuch von den Sternsingern erhalten die Bewohner der Pfarre Ottenschlag. „Der Aktion stehen heuer umfangreiche Schwierigkeiten entgegen“, meint Moderator Andreas Hofmann zu der Entscheidung und wirft die Frage auf, inwieweit es überhaupt von den Leuten gewollt sei, da die Aktion in den neuerlichen Lockdown fällt. Zudem sei es in dieser Zeit schwierig Kinder dafür zu motivieren. Spenden kann man in Ottenschlag natürlich trotzdem für die Aktion, so werden Erlagscheine zugeschickt, beziehungsweise stand das Spendenkonto auch im Pfarrbrief.