Überrolltes Huhn: „Ka Absicht“

Waldviertler wurde vom Vorwurf, mit dem Auto ein Huhn vorsätzlich getötet zu haben, freigesprochen.

Erstellt am 19. November 2021 | 09:06
Huhn Symbolbild
Foto: Pixabay

„I hab des Hendl net g‘sehen und schon gar net mutwillig überfahren“, beteuerte ein Handwerker und Landwirt (55) aus dem Bezirk Zwettl vor Gericht seine Unschuld zu dem Vorwurf der Tierquälerei. Er habe keinen Rumpler gespürt und deshalb auch nicht angehalten. Am Fahrzeug sei auch kein Schaden festzustellen gewesen. Er vermute einen Racheakt, weil er in der Vergangenheit eine Grundstückdebatte mit der Familie gehabt habe, schilderte er. Der Altbauer (60) und Besitzer des getöteten Huhnes, der bei dem Vorfall nicht anwesend gewesen ist, wollte keinen Schadenersatz. Das Huhn sei nur einen Euro Wert gewesen, erklärte er.

„Haben Sie das Überfahren des Huhnes auf der Freilandstraße gesehen?“, fragte die Richterin die Zeugen des Vorfalls, den Junior (37) des Altbauern und dessen 14-jährigen Sohn. „Ich sah ein Auto kommen und mahnte meinen Sohn, aufzupassen. Das Hendl stand am Straßenrand, dann hörte ich einen lauten Aufprall und schon sind die Federn geflogen.“ Er habe das Beschleunigen des Wagens gehört, erklärte er seine Ansicht, dass der 55-Jährige das Federvieh absichtlich überfahren habe.

„Das ist eine Vermutung“, kommentierte die Richterin und erfuhr vom 14-Jährigen: „Er hat das Hendl überfahren.“

Mit Sicherheit könne dem 55-Jährigen nicht nachgewiesen werden, dass er das Huhn gesehen und absichtlich überfahren habe, meinte die Richterin. Freispruch.