Waldviertler Pensionist (66) bedrohte Familie. Fürsorglicher Gatte in der Arbeit mutierte in der Pension zum gewaltbereiten Tyrannen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. Februar 2020 (15:08)
Symbolbild
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Er habe sein ganzes Leben am Bau gearbeitet und für seine Frau und Kinder gesorgt. Der raue Ton auf den Baustellen mag auf ihn abgefärbt und bei so manchem Familienmitglied eine verstörende Wirkung gezeigt haben, räumt der Pensionist (66) aus dem Bezirk Zwettl vor Gericht einen rüden Umgangston im Alltagsleben ein.

„Er war immer lieb, aber in der Pension hat er sich verändert“

Die Töchter (41- und 47-jährig) des Waldviertlers befanden dessen Äußerungen: „I daschlog di“, oder „Wann du vom Konto a Göd abhebt, überlebst des heurige Jahr nimma!“, aber nicht mehr als rüde, sondern schon bedrohlich. Vor allem, nachdem der Vater gegen die psychisch erkrankte Mutter ein Messer erhoben und ihr mit dem Abstechen gedroht hatte.

„Die Mama war immer unterwürfig und hat das gemacht, was der Vater wollte. Er war immer lieb, aber in der Pension hat er sich verändert. Ließ sie allein, zwang sie schüttelnd zum Rasenmähen. Sie bekam kein Geld, konnte sich nicht einmal Brot oder Milch kaufen. Einmal wollte er auf die Mutter los, da bin ich dazwischen gegangen und da hat er mich am Hals gepackt und zugedrückt“, erzählt eine der Töchter unter Tränen im Zeugenstand.

Sichtlich betroffen vernimmt der Pensionist die belastenden Aussagen der Familienmitglieder und beteuert: „I reiß mi z’sam, dass so was in der Zukunft nimma passiert.“ Zehn Monate Haft wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung, nicht rechtskräftig.