Waldviertler vor Gericht: Erst Schwur, dann Freispruch. Mann soll mit Ausweisen der Ex-Freundin eingekauft haben. „Sie will mir einen Hund reindrehen“, beteuerte der Angeklagte.

Von Markus Füxl. Erstellt am 31. Oktober 2020 (05:44)
Vor dem Zwettler Bezirksgericht musste sich ein 32-Jähriger verantworten. Er soll mich Ausweisen seiner Ex-Freundin Pakete und Handys bestellt haben.
Füxl

Täuschung, Gebrauch fremder Ausweise und Urkundenunterdrückung – zu diesen drei Vergehen musste sich ein 32-Jähriger vor dem Bezirksrichter verantworten.

Der Mann soll mit Reisepass und Ausweis seiner Exfreundin mehrere Pakete und Handys in ihrem Namen bestellt haben, sowie Handyverträge abgeschlossen haben.

„Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Das kann ich schwören, so wahr ich hier sitze“, erklärte der Angeklagte mehrmals mit der Hand in der Luft gestikulierend. Vielmehr wolle ihm die Exfreundin „einen Hund reindrehen“. Die Frau soll schlampig gewesen sein und selbst Briefe ungeöffnet weggesperrt haben.

Ex bestellte mit falschem Namen

Als Beweismittel händigte der Angeklagte auch ein Kassaschreiben aus, bei dem die Exfreundin mit seinem Nachnamen bestellt hat – das, nachdem sich beide getrennt hatten.

Er schilderte auch von einem Einsatz, den die Exfreundin angezettelt habe, bei dem ihm die Polizei die Tür eingetreten hat. „Sie ist eine Geschichtenerzählerin“, sagte der Angeklagte und: „Ein Freispruch wäre schön.“

Der folgte, der Mann wurde von allen Punkten rechtskräftig freigesprochen. Weil er aktuell in Wiener Neustadt wohnt, habe er 288 Kilometer weit herfahren müssen. Nächstes Mal sollen das die Beamten bitte berücksichtigen. Der Richter wünschte eine gute Heimfahrt.