Was, wenn der Strom weg wäre?

Immer wieder wird vor Blackout gewarnt. Einsatzorganisationen im Bezirk Zwettl bereiten sich vor.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:55
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Für den Ernstfall vorbereiten: Gerald und Carina Weber nahmen heuer gemeinsam mit Fritz Jagsch an der österreichweiten Notfunkübung der Amateurfunker teil.
Foto: Archiv/ Joachim Brand

Licht, Wasser, Handynetz — ohne Strom würde vieles nicht mehr funktionieren und unser Leben mehr oder weniger lahmgelegt. Immer wieder wird vor einem Blackout gewarnt. Wie bereitet man sich auf den Ernstfall vor?

„Es gibt immer wieder Übungen dazu“, erzählt Bezirkshauptmann Michael Widermann. Für die BH bestehe im Falle eines Blackouts die Aufgabe darin, Hilfeleistungen zu koordinieren. Dabei sei es immens wichtig, eine Kommunikation herzustellen. „Funk hat sich bewährt, denn das Handynetz ist bald im Eimer, und das Festnetz funktioniert dann auch nicht mehr“, sagt Widermann. Insbesondere die kritischen Infrastrukturen müsse man schützen. Spitäler und viele Einsatzorganisationen sind mit Notstromaggregaten gerüstet.

Notstromaggregate für die wichtigsten Bereiche

„Das Bundesheer soll ja im Katastrophenfall funktionieren“, sagt TÜPl-Kommandant Herbert Gaugusch. So habe man für die wichtigsten Bereiche, wie die Wasserversorgung für den TÜPl und die Stadt Allentsteig, Kommunikationseinrichtungen und Betriebsmittel, Notstromaggregate eingerichtet. Auch Verpflegung für einige Tage sei vorhanden. „Abhängigkeiten gibt es noch bei Wärmeversorgung und Abwasser“, gibt Gaugusch an, doch bis 2025 gebe es auch in diesem Bereich Projekte. Laut einem neuen Gesetz soll das Heer verstärkt darauf vorbereitet sein, die Bevölkerung im Ernstfall zu versorgen. Gaugusch vermutet zudem, dass die Situation am Land noch etwas leichter zu bewältigen sei als in der Stadt.

Dieser Meinung ist auch Peter Weber, Obmann des Arbeiter-Samariterbundes Groß Gerungs: „Ich glaube, dass man am Land auf die Solidarität der Leute zählen kann.“ Für den KHD-Bereich (Katastrophenhilfsdienst) sei das Thema Blackout kein neues. Explizit vorbereitet auf einen Blackout ist man beim Samariterbund in der derzeitigen Dienststelle aber nicht. Es gebe einen kleinen KHD-Bereich mit Notstromaggregat, doch das wird nur für ein paar Stunden funktionieren. Ein Problem wird es sein, wenn die Kommunikation von der Leitstelle nicht mehr funktioniert, dann weiß man nicht mehr, wo man gebraucht wird. Für Weber wäre ein stationärer Betrieb denkbar. Er ist überzeugt, dass man auch nicht zu viel Angst haben sollte. „Ich bin immer guter Dinge, und die Leute wachsen mit der Herausforderung“, meint Weber.

Bei den Feuerwehren bereitet man sich ebenfalls auf einen Stromausfall vor. „Fast in allen Feuerwehrhäusern gibt es kleine Notstromaggregate“, erzählt Bezirkskommandant Ewald Edelmaier, und man werde zusätzliche anschaffen. Auch viele Betriebe hätten sich bereits mit solchen ausgerüstet, „aber es wird im Falle eines Blackouts sicher dort und da wo anbrennen“, meint Edelmaier. Dabei komme es vor allem darauf an, wie lange und wie groß der Ausfall ist.

Manfred Ehrgott vom Roten Kreuz Zwettl erwähnt: „Wir haben uns schon vor 30 Jahren darauf vorbereitet und das beim Hausbau mitbedacht.“ Haus und Tankstelle sind notstromversorgt. Für ihn stellt sich nicht die Frage, ob es zu einem Blackout kommt, sondern nur wann. „Ich gehe davon aus, dass der Strom länger als zwei Tage weg sein wird, bis alles wieder hochgefahren werden kann“, meint Ehrgott.

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