Wo Bauen jetzt am billigsten ist. Welche Folgen hat die Coronakrise für den Immobilienmarkt? Die NÖN hat einen Überblick über aktuelle Grundstückspreise.

Von Markus Füxl. Erstellt am 19. Juni 2020 (05:59)
Symbolbild
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Die Coronakrise scheint weitgehend überstanden zu sein: Das politische Leben nimmt wieder Schwung auf, gesellschaftliche Einschränkungen werden nach und nach gelockert und auch im Bezirk Zwettl steht heuer wie berichtet ein Baustellen-Sommer bevor. Doch welche Folgen hat die Krise auf den Immobilienmarkt – werden Baugründe im Bezirk Zwettl jetzt billiger?

Liegenschaftsbewerterin von sReal, Eva Hahn-Schachinger sagt dazu: „Das wäre reines Kaffeesudlesen“, allerdings: „Obwohl im Vergleich zu Wien die Entwicklung nach oben im Waldviertel schaumgebremst war, stiegen die Kosten doch kontinuierlich. Das könnte jetzt ein Ende haben.“ Eines sei aber klar: Nach unten werden die Preise nicht mehr gehen. „Wie sich das aber genau festmachen wird, ist schwer zu sagen.“

„Beim Wohnbau könnte der Preistrend nach oben jetzt ein Ende haben. Die Preise bei Büro- und Geschäftsflächen werden in den Keller rasseln.“ Liegenschaftsbewerterin Eva Hahn-Schachinger

Ganz anders verhalte es sich bei den Preisen für Büro- und Geschäftsflächen. „Die werden in den Keller rasseln. Viele Betriebe werden durch Corona aufgeben, dadurch wird es noch mehr Leerstände geben. Auch der Grundstückspreis wird dann billiger“, erklärt Hahn-Schachinger.

Am billigsten baut man aktuell in Langschlag: Gerade einmal vier Euro kostet der Quadratmeter Baugrund für ein Ein- oder Zweifamilienhaus dort. Nur wenig teurer ist der Boden in den Gemeinden Allentsteig (9 Euro), Waldhausen (7), Schönbach (9) sowie Altmelon, Gutenbrunn und Pölla (je 10 Euro).

Die teuerste Gemeinde ist die Bezirksstadt Zwettl: Bis zu 140 Euro kann hier ein Quadratmeter kosten. „Zwettl ist die teuerste Gemeinde im Waldviertel. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind nicht so groß, gleichzeitig besticht sie mit ihrer geografischen Lage, ihrer vielen Schulen und der Anbindung an ein Krankenhaus“, erklärt Hahn-Schachinger.

Ein Stück weiter raus in Richtung Rudmanns und Waldrandsiedlung werde es billiger. Dort bewegen sich die Preise laut der Bewerterin zwischen 50 und 60 Euro.

NOEN

Versteckte Nachteile trotz billigem Preis

Die Vorteile billigerer Grundstücke an den Rändern im Bezirk hätten aber auch Nachteile: „Wenn man als Familie baut, braucht man immer zwei Autos. Die Kinder wollen zu den Tanzstunden oder ins Pfadfinderlager in die Städte. Mit den gefahrenen Kilometern im Laufe eines Lebens kommen auch so Kosten zustande.“ Eines sei für Hahn-Schachinger in der Coronakrise klar: Das Waldviertel wird attraktiv. „Es ist ein Trend aufs Land erkennbar“, sagt sie.