Hartes Jahr für die Rettungskräfte. Den Mitarbeitern des Roten Kreuz im Bezirk Zwettl und des Arbeitersamariterbundes Groß Gerungs wurde im vergangenen Jahr viel abverlangt.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:38)
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Die Rettungskräfte haben ein anstrengendes Jahr hinter sich. Vermehrte Einsätze, und diese in Schutzausrüstung, haben die Mitarbeiter gefordert. Für 2021 hofft man auf Erleichterung.

Andreas Schleritzko, Rotes Kreuz Allentsteig: „Ex-trem anstrengend.“
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Wie Andreas Schleritzko, Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes Allentsteig, berichtet, wurden bis zum Ende des dritten Quartales um 1.400 Einsätze mehr als in diesem Zeitraum vor einem Jahr verzeichnet. „Vor allem die Schutzausrüstung, die bei den Transporten getragen werden muss, ist extrem anstrengend“, meint Schleritzko. Davon waren die vier ehrenamtlichen Sanitäter, die als Corona-Tester zwischen dem ersten und zweiten Lockdown quer durch das Waldviertel unterwegs waren, besonders betroffen. Seither gibt es diese Tests nur mehr in den Teststraßen in Zwettl.

Wunsch nach Rückkehr zu Normalität

Sicherheit für die Patienten und natürlich die Rot-Kreuz-Mitarbeiter stand und steht im Vordergrund ihres Tuns. „Einen Einsatz bestreiten nur mehr ein Sanitäter und ein Fahrer. Wir wollen einfach keine Ansammlungen in der Dienststelle.“ Für seine rund 65 aktiven Mitarbeiter, die sechs Angestellten, sechs Zivildienern und rund 30 Essensfahrer wünscht sich Schleritzko für 2021 die Rückkehr zu einer gewissen Normalität. Dazu würden vermutlich die Corona-Impfungen beitragen, für die sich Schleritzko und mehr als die Hälfte der Mitarbeiter schon angemeldet haben.

Das stärkste Jahr bisher

Peter Weber, Samariterbund Groß Gerungs: „Sehr schwieriges Jahr.“
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„Das Jahr 2020 ist seit 16. März sehr, sehr schwierig geworden“, meint Obmann Peter Weber vom Arbeitersamariterbund Groß Gerungs. „Nachdem die Coronamaßnahmen immer rigoroser und strikter geworden sind, haben wir sogar unsere Garderoben in unserer kleinen Einsatzstelle verlegen müssen.“ Die Herausforderungen seien extrem gewesen. „Keine privaten Treffen können für jeden Verein tödlich sein. Aber unsere Mitarbeiter haben Verantwortung übernommen, auch privat. Sie sind top motiviert und wir hatten bisher keine Corona-Infektionen in unseren Reihen. Zwei Kollegen mussten zur Vorsicht in Quarantäne“, so Weber.

Top motiviert waren die Sanitäter auch bei den Einsätzen, die natürlich nur mit Schutzausrüstung durchgeführt wurden und werden– und davon gab es viele. „2020 war das stärkste Jahr ever.“ Damit sei der Arbeitersameriterbund Groß Gerungs der Ausreißer im Waldviertel. Der Mehraufwand war auch finanziell spürbar: „Eine Schutzausrüstung kostet um die 30 Euro“, sagt Weber. Der finanzielle Mehraufwand wurde nun vom Land abgegolten.

Ärger über fehlende Schnelltests

Dass für die Sanitäter keine Antigen-Tests zur Verfügung gestellt werden, ärgert den Obmann. „Wir dürfen sie durchführen, aber uns selber testen können wir nur, wenn wir uns selbst die Tests besorgen und bezahlen. Auch unser Notarzt hat bei seinen Einsätzen keinen Test mit. Er würde damit aber sicherlich den Ärzten in den Krankenhäusern auch helfen“, versteht Weber diese Regelung nicht. Er hofft auf die Impfungen, für die die Bereitschaft bei seinen sechs Angestellten und den rund 30 freiwilligen Mitarbeitern doch relativ groß sei.

Für 2021 erhofft sich Weber, dass wieder Treffen möglich sein werden. „Diese sind für die Freiwilligkeit sehr wichtig. Auch die Mitglieder unserer sehr aktiven Jugendgruppe brauchen wieder ihren direkten Kontakt untereinander.“ Natürlich wünscht er allen Mitarbeitern Gesundheit: „Wir haben dieses Jahr ohne Ansteckung geschafft und wissen jetzt, dass wir uns schützen können.“ Und noch einen Wunsch hat Weber: „Dass die noch freien Plätze für die Zivildiener besetzt werden können. Bis jetzt hat das immer sehr gut funktioniert.“

Blutspendeaktionen liefen sehr gut

Manfred Ehrgott, Rotes Kreuz Zwettl: „So viel geputzt, wie noch nie.“
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Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes Zwettl, Manfred Ehrgott, erzählt, dass seine Mitarbeiter nach wie vor am Limit sind. Nach jeder Ausfahrt mit einem Coronakranken dauert die Reinigung und Desinfektion des Einsatzfahrzeuges mindestens eine Stunde. „Und so viel Auto geputzt wie 2020, wurde bei uns noch nie.“

Positiv seien im Vorjahr die Blutspendeaktionen verlaufen, teilweise gab es sogar mehr Spender als in Vorjahren. Alleine bei der Aktion im Zwettler Stadtsaal im November wurden 300 Spender verzeichnet. Sie hätten hier über eine Stunde im Freien auf ihre Blutabnahme gewartet. Dass es danach keine Jause gegeben hat, habe niemanden gravierend gestört. Als Dankeschön gab es Schnitten oder abgepackte Salami. „Natürlich war der Aufwand der Organisatoren dieser Aktionen höher, es mussten die Vorgaben eingehalten und auch kontrolliert werden. Aber die Blutspender haben großes Verständnis gezeigt, gefehlt hat natürlich die Jause, dieser gesellschaftliche Part ist weggefallen“, erzählt Ehrgott. Weggefallen seien auch die Ehrungen verdienter Blutspender. „Wir haben den Termin dafür vom Frühjahr auf den Herbst verschoben und dann komplett abgesagt. Aber wir werden eine Party für diese Personen durchführen. Diese haben sich eine offizielle Ehrung verdient. Wann diese stattfinden wird, ist noch nicht klar.“

Für 2021 hofft Manfred Ehrgott auf etwas Normalität und auf Unterstützung von Zivildienern.