Erst Test, dann Dauerwelle im Bezirk Zwettl. Schluss mit der „Quarantäne-Mähne“: Die Figaros sorgen wieder dafür, dass die Frisur sitzt. Der „Eintrittstest“ bringt Arbeitsaufwand für die Friseure im Bezirk.

Von Joachim Brand, Karin Pollak und Sabine Knoll. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:44)
Das Team des „hair fair“ Strassl Salons freut sich wieder auf seine Kunden. Im Bild: Jennifer Böck, Sonja Wagner, Elisabeth Stiedl, Petra Prinz, Sabrina Hackl, Elisabeth Eibensteiner und Nicole Sandler.
Joachim Brand

Nach vielen Wochen der erzwungenen Untätigkeit haben die Friseure jetzt vermehrt voll zu tun. Die verlängerte Haarpracht macht sich bei der wartenden Kundschaft bemerkbar. Die Frisur sitzt nicht mehr so gut, der Haarschnitt ist einem schwer zähmbaren Wirrwarr gewichen.

„Die Friseure freuen sich sehr, dass sie wieder ihre Kunden bedienen dürfen“, betont Friseurmeister Dieter Holzer. Die dabei einzuhaltenden Vorschriften würden natürlich einen erhöhten Aufwand und mehrere Einschränkungen beim Angebot bedeuten. Terminvereinbarungen sind notwendig, eine FFP 2 Maske Pflicht, sowie ein negativer Test. Jeder Friseurbetrieb kann Kunden auch zu Hause bedienen. Nach Rechtsauslegung vom Sonntag ist eine Testung dann zwar empfehlenswert, aber nicht notwendig. „Leider führt diese Vorgangsweise dazu, dass Vorschriften der Bundesregierung immer weniger eingehalten werden. Es ist ein Widerspruch, dass Testungen bei der Behandlung im Betrieb unbedingt notwendig sind, bei der Heimbehandlung aber nicht“, zeigt Holzer auf und ersucht, die Vorgaben einzuhalten.

Terminvereinbarung ist aufwendiger

„Wir werden das Bestmögliche daraus machen, uns an die Maßnahmen halten und trotz allem die Freude nicht verlieren“, meint Annemarie Feßl von Friseur Frissan in Rappotten-stein. Sie freue sich natürlich, wieder aufsperren zu können und ihre Kunden wiederzusehen, dass die nun geltenden Maßnahmen relativ kurzfristig kommuniziert wurden, mache es aber natürlich nicht so einfach vorauszuplanen. So mancher Kunde sei zudem von der Situation verunsichert und würde bis zum nächsten Friseurtermin noch abwarten. „Ich habe teilweise noch freie Termine“, gibt Feßl an. Die FFP 2-Maskenpflicht wird hingegen kein Problem sein. „Meine Mitarbeiter tragen schon lange FFP 2 Masken“, berichtet die Friseurin.

Auch bei Figo — der Haarschneider in Zwettl wird man schauen, wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Viele Kunden hätten bereits wieder Termine vereinbart, doch nicht alle sind mit der Testsituation glücklich. Die Terminvereinbarung gestaltet sich nun natürlich schwieriger, da die Kunden diese auch mit den Tests koordinieren müssen.

Martina Stiedl von Martinas Haarsalon in Zwettl spricht ebenfalls von den Schwierigkeiten bei der Termineinteilung: „Viele fragen einmal nach, müssen dann aber erst die Testung checken, bevor sie einen Termin endgültig ausmachen können.“ Natürlich können auch nicht so viele Kunden bedient werden, wie wenn der Salon normal geöffnet wäre. Es kann also vorkommen, zwei Wochen auf einen Termin warten zu müssen.

„Vorgaben fördern Schwarzarbeit“

Nicht unternehmerfreundlich findet die Maßnamen Daniela Androsch, die neben ihrem Friseurstudio in Groß-Siegharts vergangenes Jahr eine Filiale in Göpfritz eröffnete. „Einige Kunden sehen das als Zwangstestung“, erzählt Androsch. Sie berichtet von jahrzehntelangen Stammkunden, die deswegen derzeit nicht mehr zu ihr kommen. „Die Vorgaben fördern die Schwarzarbeit, wo die Maßnahmen nicht eingehalten werden“, ist Androsch überzeugt und sieht ihre Branche dadurch stark benachteiligt. Die Gefahr besteht natürlich, dass nicht alle Kunden nach Ende der Maßnahmen wieder zurückkommen.

Nach der Renovierung der alten Friseur Klier Räumlichkeiten und der Neugestaltung des „hair fair“ Strassl Salons in der Zwettler Industriezone legt dieser nun wieder voll los. „Vor unserer Geschäftsöffnung waren wir zum Wochenende schon alle beim Test“, berichtet Salonleiterin Elisabeth Stiedl. Der Strassl Salon in der unteren Landstraße wird noch drei bis vier Monate verbleiben. „ Wir werden aber zukünftig nur in der Industriezone unsere Kunden weiter bedienen“, betont Peter Schaider von der Strassl Gruppe. „In der Landstraße haben wir eine zu geringe Kundenfrequenz. An der Schließung des Geschäftes in der Stadt führt kein Weg vorbei.“ Allen Beschäftigten wird eine Fortsetzung ihres Arbeitsverhältnisses angeboten.

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