Bärnkopfer Maibaum auf Reisen. Acht Männer aus Oberösterreich transportierten Bärnkopfer Maibaum ab.

Von Karin Pollak. Erstellt am 05. Mai 2021 (03:35)
Der Maibaum wurde am 1. Mai um 2 Uhr früh in Bärnkopf umgelegt, abtransportiert ...und im 20 Kilometer entfernten Waldhausen im Strudengau wieder aufgestellt.
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Nur wenige Stunden stand ein Maibaum beim Freizeitzentrum in Bärnkopf. Oberösterreicher stahlen diesen Baum und brachten ihn ins 20 Kilometer entfernte Waldhausen im Strudengau. Jetzt wird schon zwischen den Maibaumdieben und dem Musikverein Bärnkopf die „Gage“ für die Rückgabe des Baumes verhandelt.

In Oberösterreich ist es Tradition, Maibäume zu stehlen. „Das darf man zwischen 1. und 3. Mai sowie zwischen 29. und 31. Mai“ erzählt Tobias Schlager, einer der acht „Maibaum-Diebe“, die am 1. Mai gegen 2 Uhr früh mit Traktor und Anhänger nach Bärnkopf gekommen sind und den Maibaum des Musikvereines abgeholt haben. „Diesen Maibaum hat niemand bewacht, der Diebstahl war einfach“, meinte Schlager. Seine sieben Freunde und er nahmen nicht nur die rund 20 Kilometer lange Fahrt in Kauf, sie hatten auch einen aktuellen negativen Corona-Test und trugen Maske. „Das war uns wichtig.“

...und im 20 Kilometer entfernten Waldhausen im Strudengau wieder aufgestellt.
privat, privat

Mit dem 25-Meter-Baum ging es nach Waldhausen im Strudengau, wo der Maibaum aus Bärnkopf wieder vor einem Bauernhaus aufgestellt wurde. Dieser ist aber nicht die einzige „Beute“ der Maibaumdiebe. „Wir waren auch in Bad Kreuzen erfolgreich, und weitere Maibäume im Bezirk Perg haben wir schon ins Auge gefasst“, verrät Schlager, der auf insgesamt elf gestohlene Maibäume aus dem Vorjahr verweist. Jedenfalls ist der gestohlene Maibaum in Bärnkopf momentan das Gesprächsthema Nummer eins. „Wir haben den Maibaum zu wenig bewacht. Die Nachbarn haben zwar etwas mitbekommen, aber da lag der Baum schon. Und wenn das passiert, dann gehört der Baum den Dieben“, betont die Schriftführerin des Musikvereines Bärnkopf, Silvia Stoitzner. Ihr Gatte Jürgen, der Vereinsobmann, war beim coronakonformen Maibaum-Aufstellen nicht dabei.

Verhandlungen über „Rückkehr“ laufen

Er steht aber bereits in Verhandlung mit den Maibaum-Dieben – auch das hat Tradition. „Wir bekommen unseren Maibaum am 31. Mai zurück. Dafür bekommen die Diebe eine Jause – wie die ausfallen muss, ist gerade Gegenstand der Verhandlungen“, erklärt Silvia Stoitzner, und: „Wir haben mittlerweile einen kleinen Ersatz-Maibaum beim Freizeitzentrum aufgestellt und können es gar nicht fassen, dass bei uns die Diebe zugeschlagen haben. Vor über 20 Jahren ist das schon einmal passiert, da stand unser Maibaum plötzlich in Dorfstetten im Bezirk Melk“, betont die Schriftführerin.

Aber ganz ohne „Buße“ kommen die Maibaumdiebe nicht davon. „Dafür lassen wir uns eine besondere Challenge einfallen, die Diebe müssen sich dabei sicherlich anstrengen“, meint Stoitzner.