Corona-Ampel: Bezirk Zwettl ist orange. Was heißt das?. Als erster und vorerst einziger Bezirk im Waldviertel ist Zwettls Corona-Ampel auf Orange gesprungen. Regionale Maßnahmen seitens des Bundes für die Gemeinden fehlen bisher aber.

Von Markus Füxl. Erstellt am 18. September 2020 (11:14)
Symbolbild
Sigur, Shutterstock.com

Am Freitagvormittag war es soweit: Die Corona-Ampel im Bezirk Zwettl ist von gelb ("mittleres Risiko") auf orange ("hohes Risiko") umgesprungen. Zuvor trat am Donnerstagabend die Corona-Kommission zusammen, um die epidemiologische Entwicklung der vergangenen Tage zu bewerten. Unter die Lupe genommen wurden dabei Übertragungsrisikos, die Rückverfolgbarkeit der Übertragungsketten, die Testaktivität und die Ressourcenauslastung der Spitäler, die NÖN hat berichtet.

Mit Stand 18. September, 11 Uhr waren im Bezirk seit den Aufzeichnungen 130 positive Fälle aufgetreten. Die Zahl der Coronafälle sprang zuletzt nach oben, so wurden etwa alleine in der vergangenen Woche 38 neue Fälle bekannt. Was bedeutet die Ampelschaltung jetzt für den Bezirk? Gibt es Maßnahmen, die in den Gemeinden verpflichtend umzusetzen sind?

Fragen, die aktuell nur schwer zu beantworten sind, sagt Maximilian Igelsböck, Bezirksobmann des Gemeindebundes. Bei den Bürgermeistern herrsche aktuell viel Unsicherheit: "Die Aussagen aus dem Bund sind dazu sehr vage. Wir leiden darunter, dass es keine klaren Vorgaben gibt, das macht in den Gemeinden keine gute Stimmung." So seien die Ortschefs daran gewöhnt, klare Regeln zu haben, die sie vollziehen können. Mit der Ampelschaltung sei das aber nicht gegeben: "Die Ampel springt auf Orange und im Prinzip ändert sich nichts. Das ist furchtbar. Dass nicht klar kommuniziert wird, ist nicht befriedigend für uns."

Verknüpft mit der Ampel sind aktuell lediglich die bundesweit geltenden Corona-Maßnahmen. Darüber hinaus empfiehlt die Ampelkommission auf der Homepage für Orange folgende Aspekte zu verfolgen:

  • Intensivierung des Schutzes der Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten.
  • Erhöhung der Screeninguntersuchungen in den einschlägigen Bereichen (Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, Risikobetriebe, Bildungsbereiche, etc.)
  • Schützen der älteren Personen in generationsübergreifenden Familienverbänden
  • Präventive Maßnahmen an bestimmten Orten wie zum Beispiel Märkten
  • Einschränken der Veranstaltungen in geschlossenen Gesellschaften ohne Sicherheitskonzept

Weitere Maßnahmen im Bereich der Veranstaltungen und im Bildungssektor seien laut Kommission nicht erforderlich.

Igelsböck wünscht sich regionsweise Maßnahmen

Ob die Ampelschaltung für den Bezirk gerechtfertigt ist, könne Bürgermeister Maximilian Igelsböck nicht einschätzen. "Darüber gibt es widersprüchliche Meinungen. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn das auf Regionen oder Gemeinden heruntergebrochen wird." So gab es in seiner Gemeinde Groß Gerungs vor 14 Tagen lediglich zwei Coronafälle, vergangene Woche einen. "Wir haben bei uns kaum Fälle. Die Region Waldviertler Hochland ist kein Hotspot", sagt Igelsböck.

Nähere Details und Updates erfolgen an dieser Stelle sowie in der Printausgabe ab Mittwoch.