Ansturm auf Tests im Bezirk Zwettl geht weiter. Auffällig viele falsch positive Tests in Allentsteig. Behörde prüft mögliche „Corona-Party“ in Bernschlag.

Von Angelika Koll, Markus Füxl und Karin Pollak. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:29)
So sah die Schlange am ersten „Testsonntag“ aus. Auch in der vergangenen Woche stand man zumindest zeitweise bis zum „Ham Ham“.
privat

In der ersten Woche nach der sanften Öffnung von Schulen und Handel bewegt sich der Bezirk Zwettl bei den Coronazahlen noch immer auf hohem Niveau: So stieg die 7-Tages-Inzidenz zum Wochenbeginn auf 185 und war damit unter allen Bezirken in Österreich die zehnthöchste.

Während die Lage bei der Inzidenz im Rest des Waldviertels vergleichsweise entspannt ist (Gmünd: 79, Waidhofen: 155, Horn: 100), fehle in Zwettl ein erhofft steiler „Abstieg“ der Zahlen, sagt Bezirkshauptmann Michael Widermann: „Wir sind zwar vom Level weg, den wir schon einmal hatten, aber es gilt nach wie vor höchste Vorsicht.“ Aktuell sind laut BH 97 Menschen im Bezirk erkrankt.

Die Behörde geht derzeit dem Gerücht nach, dass es in Bernschlag eine illegale Privatfeier mit fast 20 Ansteckungen gegeben habe. So gab es laut Widermann zwar vor kurzem eine polizeiliche Überprüfung, die aber nichts ergab. Nach einem erneuten anonymen Hinweis laufen aber aktuell Ermittlungen hinsichtlich möglicher Gäste und Infizierungen. Eine skurrile Situation gab es vergangene Woche bei den Schnelltests in Allentsteig: So schlugen am Mittwoch unter den 288 Tests knapp 25 davon positiv an, viele davon fälschlicherweise, wie Gemeindemitarbeiterin Claudia Waldhör erklärt. Den Grund vermuten die Behörden bei der Umstellung auf neue Tests der Firma Siemens, deren Auswertung auch etwas länger als die vorigen brauche. So könnten die Fehler auch aus einer falschen, vorangegangenen Lagerungen resultiert haben. Mittlerweile habe man die Tests aber wieder im Griff, von den 354 Proben drei Tage später war nur mehr einer positiv.

Bei den Tests heißt es weiter: Geduld üben

Etwas Stau war bei den Teststraßen in allen Gemeinden gegeben, die die kostenlosen und freiwilligen Corona-Tests anbieten. Trotz der sehr vielen durchgeführten Tests gab es nur vereinzelt positive Ergebnisse. Auch in der Vorwoche war die Stadtgemeinde Zwettl mit insgesamt 1.648 Teilnehmern ein „Hotspot“ bei den Coronatestungen. Am Dienstag ließen sich 393 Personen testen, davon war ein Ergebnis positiv. Am Donnerstag kamen 544 Personen zum Test (jeweils ein Ergebnis positiv und ungültig). Am Sonntag standen 711 Personen für einen Test bereit, nur ein Ergebnis davon war ungültig. Um diesen großen Ansturm bewältigen zu können, wurden an diesem Tag drei Teststraßen eingerichtet. Das war laut Franz Almeder, dem Organisator der Teststraßen seitens der Stadtgemeinde Zwettl auch zwei Stunden am 11. Februar notwendig.

„Da uns nur noch bis 18. Februar die fünf Soldaten des Bundesheeres bei den Testungen unterstützen können, waren wir auf der Suche nach freiwilligen Helfern und diese Suche war erfolgreich, für die nächsten Termine sind wir wieder gut aufgestellt“, meint Almeder. Pro Testtag stehen auch vier Mitarbeiter der Stadtgemeinde Zwettl im Einsatz.

Nasen-Abstrich zum Valentinstag

Erstmals gab es am 14. Februar in der Gemeinde Langschlag die Möglichkeit, sich testen zu lassen. An diesem Sonntag wurden 143 Teilnehmer verzeichnet, kein einziger davon erhielt ein positives Ergebnis.

Jeweils vier Stunden ging es am 9. und 11. Februar bei den Teststraßen in der Gemeinde Martinsberg voll durch. Vor allem der Donnerstag-Termin war mit 340 Teilnehmern ein Marathon für das Testteam – ein einziges positives Ergebnis wurde verzeichnet. Am Dienstag wurden 240 Personen getestet, zwei davon positiv.

Vor allem vor dem Start der Teststraßen gibt es in der Gemeinde Groß Gerungs einen Stau, danach sei in der Vorwoche trotz der vielen Teilnehmer der Betrieb „fließend“ gewesen. Am Dienstag wurden um die 580 Tests durchgeführt – einer davon positiv, am Freitag kamen 620 Personen zum Test, der bei zwei ein positives Ergebnis gebracht hat. Zwei Teststraßen sind montags immer in der Gemeinde Schweiggers eingerichtet. Den Abendtermin von 16 bis 20 Uhr nutzten in der Vorwoche 217 Personen. Für alle gab es dabei ein „Negativ“.

Keine Rachenabstriche mehr erlaubt

Bei den Teststraßen dürfen seit dieser Woche keine Rachenabstriche mehr durchgeführt werden. Darüber informierte Notruf Niederösterreich die Verantwortlichen. Diese Entscheidung sei von der Landessanitätsdirektion getroffen worden. Jene Personen, die nur einen Rachenabstrich machen wollen sollen sich an den Hausarzt wenden, heißt es in der Aussendung.

Ansturm auf die Gratistests in den Apotheken in Zwettl und Ottenschlag. Seit vergangener Woche bieten die Schlossapotheke Ottenschlag und die Kuenringer Apotheke in Zwettl gegen Voranmeldung gratis Schnelltests an. Die Nachfrage ist groß.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Maria Winkler von der Schlossapotheke Ottenschlag. Etwa dreimal pro Woche sind hier Termine für die gratis Schnelltests eingerichtet, je nach Verfügbarkeit der Kollegen, die zur Testung zusätzlich in die Apotheke kommen. „Bei uns gibt es sonst nicht so viele Testmöglichkeiten“, erwähnt Winkler die Motivation hinter dem Testangebot und bei den Teststraßen sei die Wartezeit oft sehr lange. So ist in der Apotheke ein Test nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Derzeit wartet man etwa eine Woche auf einen Termin, wobei diese teilweise auch nach Dringlichkeit vergeben werden. Auch außerhalb der extra Testtermine gibt es nach Vereinbarung die Möglichkeit für einen Schnelltest. Diesen müsse man dann allerdings selbst bezahlen.

In der Kuenringer Apotheke in Zwettl ist die Nachfrage nach den gratis Corona-Schnelltests ebenfalls enorm. „Seitdem das von uns angekündigt wurde, gibt es einen riesigen Ansturm“, erzählt Helene Aichinger, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Helene Gruber die Tests abnimmt. Das Team würde diesen aber gut bewerkstelligen, obwohl die Telefone heiß laufen. Die Anmeldung zur Testung erfolgt daher nur mehr unter der Nummer 0664/452 61 36.

Den Februar über wird in der Kuenringer Apotheke täglich von 8 bis 12 Uhr getestet, sowie am Mittwochnachmittag. „Wie es im März weitergeht werden wir sehen“, meint Helene Aichinger.