Corona: Die ersten Zwettler sind geimpft. Die Corona-Impfungen sind angelaufen: Im Pflege- und Betreuungszentrum Zwettl (PBZ) wurden zu Wochenbeginn die ersten Zwettler gegen SARS-CoV-2 geimpft. Direktor Andreas Glaser berichtet vom historischen Stich.

Von Markus Füxl. Erstellt am 30. Dezember 2020 (18:14)

Als eine der ersten im Bezirk Zwettl erhielt die 79-jährige Angela Wagner am 28. Dezember eine Spritze gegen Corona. Sie ist „froh, dass endlich etwas gegen dieses Virus getan werden kann“, meinte die Bewohnerin des PBZ.

Die Impfdosen von Biontech/Pfizer trafen einen Tag vor den Impfungen im PBZ ein. Auch am 30. Dezember wurden weitere Impfungen durchgeführt, insgesamt ließen sich 69 Personen „stechen“ – die meisten waren Bewohner, erklärt Direktor Andreas Glaser: „Es haben sich fast alle Bewohner aus zwei Bereichen impfen lassen sowie einige schnell entschlossene Mitarbeiter. Wir haben eine gute Durchimpfungsrate.“ In den nächsten Wochen werden weitere Mitarbeiter geimpft. Die ersten Geimpften müssen in 21 Tagen noch einmal ran, dann soll eine zweite Impfung verabreicht werden.

Auch Glaser selbst hat sich am Mittwoch impfen lassen. Nebenwirkungen seien bisher weder bei ihm, noch bei den Bewohnern aufgetreten: „Bei der Einstichstelle kommt es höchstens zu einer kleinen Rötung, sonst ist es nicht schlimm.“ Die Impfungen im Haus seien gut abgelaufen, zwei praktische Ärzte führten sie durch.

"Heiß ersehnte Lieferung"

Noch ein wenig warten müssen die Bewohner im Seniorenzentrum St. Martin. Dort starten die Impfungen am 19. Jänner, erklärt Heimleiter Franz Oels: „Dann kommt endlich die heiß ersehnte Lieferung. Wir werden das auf zwei Tage komprimieren, zwei Hausärzte werden impfen.“ Ein Grund für die rasche Durchführung ist auch der Impfstoff selbst: Er kommt in Kühl-Lkw mit Minus 70 Grad Celsius aus Wien. Vor Ort kann er dann nur wenige Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden.

Aktuell wird im St. Martin erhoben, wieviele Menschen sich impfen lassen wollen. Eine Woche vor Auslieferung erfolgt dann die Bestellung. Eine „Impfpflicht“ gibt es im Seniorenzentrum nicht, allerdings betont Oels: „Ideal wären natürlich 100 Prozent. Es gibt aber eine hohe Bereitschaft unter den Bewohnern, wir haben bereits eine Riesenanzahl von Zustimmungen. Das beruhigt mich.“

Oels wird sich auch als erster Impfen lassen – als Vorbildwirkung: „Ich möchte mit gutem Beispiel voran gehen“, sagt er. Für den Heimleiter ist klar: „Diese Impfung ist wirksam und sehr sicher.“ Dass es zu leichten Impfreaktionen, wie Fieber oder Schmerzen im Arm kommen kann, sei normal. „Das ist ein Zeichen, dass das Immunsystem aktiviert wird. Letztlich ist es ein einfach nur ein kleines Sticherl.“

Wie sieht es landesweit aus?

„In Niederösterreich werden in der ersten Tranche 1.500 Personen in den Pflegeheimen geimpft“, berichtet Bernd Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur. In den Kliniken werden zuerst jenen Mitarbeitern, die mit Corona-Erkrankten zu tun haben, Impfungen angeboten. „Die Impfung ist freiwillig. Konsequenzen bei Verzicht gibt es keine. Wir rechnen mit einer sehr hohen Impfquote – zumindest haben wir es so aus den Rückmeldungen gehört“, sagt Jany.

Ab dem 5. Jänner 2021 können alle Alten- und Pflegeheime sowie die Covid-19-Stationen den Impfstoff im e-Shop der Bundesbeschaffungs GmbH (BBG) abrufen und ab dem 12. Jänner soll österreichweit in den Pflegeheimen und Covid-19-Stationen großflächig geimpft werden.