Nicht nur Freude über Astra Zeneca im Klinikum Zwettl. Die Durchimpfungsrate im Landesklinikum Zwettl ist hoch, 500 Mitarbeiter bekamen bereits den ersten Pieks. Eine Mitarbeiterin beschwerte sich jetzt aber über die Verabreichung des Astra Zeneca-Impfstoffes. Das Landesklinikum verweist auf die hohe Schutzwirkung und bundesweite Impfstrategie.

Von Markus Füxl. Erstellt am 22. Februar 2021 (09:46)
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Weitere Fortschritte bei den Impfungen macht das Landesklinikum Zwettl: Bisher haben bereits 500 Mitarbeiter, also rund 60 Prozent, die erste Teilimpfung erhalten. Knapp weitere 80 Personen sind derzeit für die kommenden Termine angemeldet.

"Wir sind zuversichtlich, die bereits sehr hohe Durchimpfungsrate bei den Mitarbeitern unserer Gesundheitseinrichtungen und den Bewohnern der Pflege-, Förder- und Betreuungszentren noch weiter steigern zu können", sagt Thomas Schmallegger von der Landesgesundheitsagentur.

Erfreulicherweise sei die Impfbereitschaft am Landesklinikum Dank des enormen Engagements und Einsatzes des Impfteams rund um die Impfbeauftragten Biserka Dangl und Mona Riegler sowie die Hygienebeauftragten Jürgen Friedl und  Christina Damberger sehr hoch.

Trotzdem gab es vor kurzem auch Ärger in der Belegschaft. So wandte sich eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, an die NÖN. Sie wurde vergangene Woche geimpft: "Bis dahin wurde ausschließlich der Impfstoff von Pfizer verwendet, gestern erhielt man eine halbe Minute vor dem Shot die Info, dass wir mit dem Produkt von Astra Zeneca geimpft würden. Zu kurz, um reiflich zu überlegen oder sich über die Folgen klar zu werden", schreibt sie.

Viele ihrer Kolleginnen seien kurz darauf krank geworden. "Warum bekommen Menschen, die an vorderster Front im Gesundheitswesen stehen und erstklassige Arbeit unter erschwerten Bedingungen leisten, einen drittklassigen Impfstoff, vor dem gewarnt wird, weil er weniger schützt und nachweisbar mehr negative Impfreaktionen hervorruft", fragt die Mitarbeiterin.

Schmallegger: "Wirksamkeit aller Impfstoffe ist ausreichend hoch"

Auf die Kritik angesprochen, betont Thomas Schmallegger: "Entsprechend der bundesweiten Impfstrategie wurde aufgrund der Verfügbarkeit der Vakzine mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech begonnen und nun wird das Vakzin von Astra Zeneca für die vorgesehenen Personengruppen weiter zum Einsatz kommen."

Die NÖ Landesgesundheitsagentur habe zudem die entsprechende Aufklärung und Information mit Unterstützung des hauseigenen Impfexperten, Doktor Zwiauer, über verschiedenste interne Kanäle bereit gestellt. Im Landesklinikum Zwettl wurde zusätzlich über den internen Newsletter vorab informiert.

Die Wirksamkeit aller bisher zum Einsatz gekommenen Impfstoffe sei außerdem ausreichend hoch, um symptomatische Erkrankungen zu reduzieren und schwere Erkrankungen mit Pneumonien, Hospitalisierungen und Intensivaufenthalten nahezu zu 100 Prozent zu verhindern, sagt Schmallegger: „Auch wenn die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller unterschiedliche Ansätze verfolgen, sind die Schutzwirkungen sehr ähnlich", und: "Zu den Impfreaktionen kann gesagt werden, dass diese die zu erwartende Immunantwort des Körpers sind. Diese können bei allen Impfstoffen auftreten."

Astra Zeneca bietet auch Vorteile

So sei aus den Studien und den bisherigen Erfahrungen bekannt, dass bei der ersten Teilimpfung mit dem Astra Zeneca Impfstoff verschiedene Reaktionen auftreten können, die gewöhnlich innerhalb weniger Tage (meist innerhalb von 48 Stunden) von selbst wieder enden.

"Dafür sind die Reaktionen im Vergleich zu den anderen Impfstoffen bei der 2. Teilimpfung milder und seltener. Bei allen Impfstoffen können die Symptome durch die begleitende Gabe von schmerzlindernder Medikation deutlich abgeschwächt werden", sagt Schmallegger.