Neue Regeln und viele Absagen im Bezirk Zwettl. Chöre und Kapellen streichen Auftritte und Proben. Zwettler Theater befindet sich laut Loidl „im Dornröschenschlaf“.

Von Angelika Koll. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:22)
Symbolbild
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Leere breitet sich im Kulturkalender aus. Den jüngst verlautbarten Maßnahmen der Bundesregierung, nach denen Vereine innen nur noch zu sechst, außen zu zwölft proben und auftreten können, folgten wieder einige Veranstaltungsabsagen. Abwarten heißt es nun von allen Seiten.

Keine weiteren Frühschoppen

So etwa beim Zwettler Musikverein C.M. Ziehrer, der den Oktober über Frühschoppen am Plan hatte. Auch das für November geplante Leopoldikonzert wird nicht stattfinden.

„Es gibt jetzt auch keine Proben mehr“, berichtet Obfrau Andrea Wiesmüller und meint: „Es tut uns sehr leid, aber wenn wir jetzt einen Beitrag leisten und dafür später wieder durchstarten können, dann ist es jetzt eben so.“

Ziel, auf das man hinarbeitet, fehlt

„Ich glaube derzeit, dass auch die Frühlingskonzerte noch nichts werden“, meint Georg Zwettler, Kapellmeister des Musikvereins Groß Gerungs. Bisher habe man noch mit jeweils der halben Kapelle Proben abgehalten, nun werden sie ganz ausgesetzt.

„Das Schlimmste ist, dass man kein Ziel hat, auf das man hinarbeiten kann. Normalerweise proben wir für Konzerte oder Wertungen“, merkt Zwettler an. Verlernen würde man das Spielen auch ohne Proben nicht so schnell, „aber sicher fehlt dann die Routine“, meint der Kapellmeister.

Erstmal alles im Dornröschenschlaf

Die Zwettler Theatergruppe traf sich überhaupt seit März nicht mehr für Proben. Zuerst habe man noch gedacht, im kommenden Frühjahr auftreten zu können. „Jetzt sind wir aber nicht sicher, ob wir nicht vielleicht erst im Herbst wieder spielen“, erwähnt Evelyn Loidl.

Man habe immerhin Ausgaben bei der Produktion eines Stücks und die Unkosten sollten zumindest gedeckt sein. Eine Situation wie im Frühjahr, wo eine Woche vor der Premiere alles abgeblasen werden musste, möchte man immerhin nicht wieder erleben. „Da wir nicht wissen, für was und wann wir proben können ist jetzt alles im Dornröschenschlaf“, sagt Loidl.

Unregelmäßige Proben zu sechst

Gerade noch unter der Grenze liegen die sechsköpfigen Comedian Vocalists. Ihre Konzerte im November haben sie auch bereits auf unbestimmte Zeit verschoben, wie Stefan Löschenbrand berichtet.

Zwei Konzerte sind im Frühjahr angedacht, „aber da schauen wir erst, ob die stattfinden können“, meint er. Dafür könnte es ein weiteres Video geben. Geprobt wird noch, aber eher unregelmäßig. „Unser Vorteil ist, dass wir das als Hobby machen und nicht davon abhängig sind.“