Starker Zulauf bei Direktvermarktern im Bezirk Zwettl. Landwirte im Bezirk Zwettl können trotz Coronakrise gut weiterarbeiten, erklärt Landwirtschaftskammer-Obmann Dietmar Hipp. Modell der Direktvermarkter komme vor allem Risikogruppen zugute.

Von Markus Füxl. Erstellt am 23. März 2020 (09:31)
Landwirtschaftskammer-Obmann Dietmar Hipp sprach mit der NÖN über die aktuelle Situation für die Landwirte im Bezirk Zwettl.
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Bisher gut überstehen die Landwirte im Bezirk Zwettl die Coronakrise, erzählt Obmann der Landwirtschaftskammer Dietmar Hipp: „Es funktioniert. Wir haben nicht so große Probleme wie Branchen, die starken Kundenkontakt haben. Jeder Bauer hat seinen eigenen Stall, sein eigenes Feld, wo er ungestört arbeiten kann.“

Jetzt gelte es, dieser Feld- und Stallarbeit weiter nachzukommen. Der Nachschub mit Betriebsmittel laufe dementsprechend gut: „Einzig beim Dünger kommt das ganze ein wenig ins Stocken, weil viel aus dem Osten kommt und die Grenzen dicht sind“, erklärt Hipp. Das sei aber nur ein kleines Problem, denn: „Die Landwirte haben schon ein wenig gehamstert, das wird uns so schnell nicht ausgehen.“

"Kriegst weder Nagel, noch Baustoffe"

Dass die Grenzen dicht sind, merke man auch beim Erdäpfelsaatgut: „Davon wird viel normalerweise nach Griechenland exportiert, das steht jetzt.“ Sollten die Grenzsperren länger dauern, würde das Saatgut im Inland verbraucht werden, erklärt Hipp.

Probleme gebe es bei Arbeiten neben abseits des Feldes: „Wenn jemand jetzt einen Stall baut, ist es mühsam: Da kriegst du weder einen Nagel noch Baustoffe“, sagt Hipp.

Anders als im Marchfeld, wo aktuell Helfer für die Spargelernte fehlen, kommen die Landwirte im Bezirk gut mit ihrer Arbeit zurecht. „In ein, zwei Wochen kommt bei uns das Erdäpfellegen. Das übernimmt meist der Betriebsführer mit einer zusätzlichen Person“, erklärt der Obmann.

Auch weil man zu den Systemerhaltern gehöre, sei die Nachfrage deutlich gestiegen: „Direktvermarkter haben jetzt einen starken Zulauf. Der Vorteil ist, dass sie rund um die Uhr geöffnet haben. Wenn jemand zur Risikogruppe zählt, kann er auch um 2 Uhr Früh einkaufen“, meint Dietmar Hipp. Er selbst vermarktet Putenfleisch direkt ab Hof. Die Nachfrage sei enorm: „Die Leute wissen gerade jetzt, was sie an unseren regionalen Betrieben haben!“