Zwettl: Acht Heimbewohner positiv getestet. „Lockdown light“ brachte in Zwettl keinen Rückgang. Bezirkshauptmann Michael Widermann sagt zur aktuellen Situation: "Virus ist präsenter denn je."

Von Markus Füxl. Erstellt am 18. November 2020 (05:18)
Montagvormittag bei der Teststation in Zwettl: Ein Öffnen der zweiten Spur war nicht nötig.
Markus Füxl

Zuletzt gab es auch in Zwettls Pflegeheimen mehrere Fälle. Auf Nachfrage bei Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur bestätigt dieser acht positive Bewohner im Pflege- und Betreuungszentrum Zwettl. „Die Bewohner werden im PBZ isoliert und werden ärztlich visitiert. Eine Bewohnerin zeigt leichte Symptome, ansonsten sind alle asymptomatisch.“ Im Seniorenheim St. Martin waren zuletzt zwei Mitarbeiter positiv.

Das Landesklinikum Zwettl betreut wie alle Kliniken im Waldviertel Covid-19-Patienten. Dafür wurden zwei Stationen für die Versorgung eingerichtet. Derzeit werden auf einer Station 21 positiv getestete Patienten behandelt.

Nach wie vor viele Neuinfektionen

Der „Lockdown light“ scheint im Bezirk Zwettl keine Wirkung zu zeigen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen pendelte auch in den vergangenen sieben Tagen zwischen 20 und 30.

Einzig am 12. November konnten die Behörden leicht durchatmen (acht Neuinfektionen).

Bezirkshauptmann Michael Widermann: „Tun uns schwerer.“
Brand

Bezirkshauptmann Michael Widermann sagt als Fazit zur „Coronawoche“: „Wir bewegen uns nach wie vor auf dem gleich hohen Level. Es rauschen laufend Positiv-Meldungen herein.“

So habe man über das Wochenende zwar „ein gutes Gefühl“ gehabt, Sonntagnacht wurden nach 22 Uhr aber noch mehrere Fälle gemeldet. Der Grund: Mit den landesweit steigenden Zahlen sind auch die Labore stark gefordert.

In absoluten Zahlen wurden 163 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen gezählt. 294 aktive Positive gab es zuletzt im Bezirk. Etwa 730 Personen befinden sich in behördlicher Absonderung. In die Statistik reiht sich auch ein neuer Todesfall, der Bezirk hat jetzt drei „Coronatote“ verzeichnet. „Bei diesem Fall war die Person aber schon vorerkrankt. Ob alleine Corona am Tod schuld ist, kann niemand sagen“, sagt der Bezirkshauptmann.

Rückverfolgung auch in Zwettl schwierig

Der Lockdown sei überfällig gewesen – auch im Bezirk Zwettl: „Vielleicht ist das die notwendige Maßnahme, um einem bestimmten Personenkreis deutlich zu machen: Das Virus ist präsenter denn je.“

So gebe es laut dem Bezirkshauptmann auch im Bezirk immer noch Unbelehrbare: „Manche Geschichten, die ich höre, sind unverständlich.“ So seien vor kurzem etwa vor einem Geschäft vier Damen zusammengestanden: „Sie haben nicht einmal den einen Meter Abstand gehalten und haben drauf los geplaudert, als wäre nichts“, sagt Widermann.

Bei der Pressekonferenz am Wochenende verkündete Bundeskanzler Sebastian Kurz, dass die Behörden mitunter Probleme haben, Coronafälle zurückzuverfolgen. Auch in Zwettl? „Ja, wir haben auch schon Probleme und tun uns zunehmend schwerer“, sagt Widermann. Viele Menschen wissen mittlerweile nicht mehr, wo sie sich angesteckt haben könnten: „Wir können die Kontakte erheben, aber eine echte Infektionskette bis zum Ursprung ist oft nicht mehr möglich.“

Was tun Menschen mit Baustellen? Ist es möglich, aktuell zu übersiedeln? „Was unaufschiebbar ist, ist möglich. Wenn ich mir eine neue Küche bestellt habe, hat das aber noch Zeit“, sagt Widermann.

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