Gurgeln, testen, impfen im Bezirk Zwettl. Bisher wurden im Bezirk 12.360 Impfungen verabreicht. Durchschnittlich 940 Leute besuchen täglich eine Teststraße. Gurgelmonitoring in Schwarzenau bringt gutes Zwischenfazit.

Von Markus Füxl. Erstellt am 04. Mai 2021 (11:09)
Die Volksschule Schwarzenau beteiligt sich am Gurgelmonitoring. Im Bild: Nicola Göls, Sigrid Ruth und Jakob Hrubesch (hinten von links), sowie Schulleiterin Daniela Gaishofer mit den Schülerinnen Gloria Decker und Isabelle Hartner (vorne).
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Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 81 sanken die Infektionszahlen im Bezirk Zwettl vor Redaktionsschluss weiter. 34 Menschen steckten sich in einer Woche an.

Dem gegenüber stehen 12.360 Impfungen, die bereits verabreicht wurden, davon 8.792 Erstimpfungen. Für die kommenden Wochen stehen im Impfzentrum Groß Gerungs insgesamt rund 5.212 Impfdosen zur Verfügung, betont ÖVP-Landtagsabgeordneter Franz Mold, der sich vor kurzem ein Bild von der Zwettler Teststraße vor Ort machte.

Für die kommenden Wochen stehen im Impfzentrum Groß Gerungs insgesamt rund 5.212 Impfdosen zur Verfügung, betonen ÖVP-Landtagsabgeordneter Franz Mold und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf
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Siebente Teststraße geht am 6.Mai in Betrieb. „In den sechs Teststraßen im Bezirk wurden in den letzten neun Tagen im Durchschnitt täglich rund 940 Landsleute getestet, die Impfstraße in Groß Gerungs soll im Vollausbau bis zu 60 Impfungen stündlich durchführen und damit die Arztpraxen entlasten“, erklärt ÖVP-Nationalratsabgeordneter Lukas Brandweiner. Ab 6. Mai wird in Arbesbach eine weitere Teststraße im Bezirk Zwettl eingerichtet. Diese wird am Donnerstag abends sowie am Samstag vormittags geöffnet sein, die NÖN hat berichtet.

Seit Dezember ist der Katastrophenhilfsdienst (KHD) der Feuerwehren unterstützend für die Testungen im Einsatz. Im Bezirk Zwettl ist das Team von KHD-Bereitschaftskommandant Robert Liebenauer von der Wehr Ober Neustift für die Durchführung verantwortlich. 20 Feuerwehren waren bisher etwa 8.500 Kilometer unterwegs und brachten es dabei auf eine Leistung von knapp 600 Mannstunden.

Pionierprojekt in Schwarzenau. Um einen verbesserten Überblick über die Infektionslage mit Covid-19 in den Schulen zu erhalten, wird ein bundesweites wissenschaftliches Monitoring mittels Gurgeltestungen durchgeführt. An dieser Studie nimmt auch die Volksschule Schwarzenau teil und ist damit die einzige teilnehmende Schule in der Bildungsregion. Fast alle Schulkinder und Lehrkräfte gurgeln alle drei bis fünf Wochen unter Anleitung der Medizinischen Universität Wien.

Mit Sigrid Ruth, Allgemeinmedizinerin aus Ottenschlag, und zwei Studenten der MedUni Wien startete das Projekt „Wir sind Gurgelschule“ bereits im Oktober. Es wurden seither vier Durchläufe durchgeführt. Die Kinder gurgeln mit einer geringen Menge einer speziellen Salzlösung, die völlig ungefährlich ist, auch bei unbeabsichtigtem Verschlucken. Die Erfahrung zeigte, dass auch jüngere Kinder sehr gut in der Lage sind zu gurgeln.

Ein Sticker-Sammelpass und Sticker vermitteln den Kindern auch ein wenig Spiel und Spaß bei der Teilnahme an der Studie. Die Pädagoginnen verteilen diese stets mit viel Lob nach jedem „Gurgeltest“. Auf eine Urkundenverleihung am Ende des Schuljahres dürfen sich die Kinder auch schon freuen.

Suche nach Mutationen. Seit März werden alle positiven Proben der PCR-basierten Gurgelstudie durch Sequenzierung auf bekannte und neue Virusvarianten untersucht. Das ist notwendig, da die Ausbreitung bestimmter Virusvarianten frühzeitig erkannt werden muss und es Hinweise gibt, dass bestimmte Virusvarianten Kinder eventuell leichter infizieren können. Die Sequenzierung in den positiven Proben des Gurgelmonitorings gibt auch Hinweise, falls neue Virusvarianten in den Schulen zirkulieren sollten, die durch die Antigentests nicht erkannt werden.