Drive-In-Teststation in Zwettl: Suche nach Coronavirus. Teststation in Zwettl soll Rückverfolgung des Virus im Waldviertel vorantreiben. Ansturm blieb bis jetzt aus, Rotes Kreuz kämpft aber immer mehr mit steigenden Einsatzzahlen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 02. September 2020 (05:38)
Die „Drive-In-Teststation“ in Zwettl läuft wieder. Lukas Kitzler und Tanja Trinkl nehmen die Abstriche.
Franz Pfeffer

Auf dem Parkplatz hinter dem Gymnasium werden wieder Abstriche entnommen: Seit Samstag ist dort eine „Drive-In-Teststation“ in Betrieb. Getestet werden gezielt Personen, die mit Corona-positiven Menschen Kontakt hatten.

Bereits im Mai diente das weiße Zelt als Teststation. Damals wurden Mitarbeiter von Hilfswerk, Caritas, Volkshilfe und Rotes Kreuz auf Covid-19 untersucht. Jetzt soll dort gezielt das „Contact Tracing“, also die Rückverfolgung des Virus, vorangetrieben werden, erklärt Rotes Kreuz-Pressesprecherin Sonja Kellner auf NÖN-Nachfrage: „Es werden dort keine Verdachtsfälle oder Menschen mit Symptomen getestet, sondern gezielt symptomlose Personen, die Kontakt mit Patienten hatten, die bereits positiv getestet wurden.“ Zwettl dient dabei als Standort für das gesamte Waldviertel, in den anderen Vierteln Niederösterreichs sind weitere Stationen aufgebaut.

Ergebnis bereits am nächsten Tag

Die Getesteten erhalten von der Bezirkshauptmannschaft eine schriftliche Aufforderung, sich dort testen zu lassen. Menschen, die sich „einfach so“ testen lassen wollen, werden nicht angenommen. Die Abstriche werden durch das offene Autofenster entnommen, die Personen bleiben im Auto sitzen. Anschließend wird die Probe in ein Labor geschickt. Die Testpersonen erhalten einen QR-Code, mit dem sie bereits am nächsten Tag ihr Ergebnis abfragen können, erklärt Rotes Kreuz Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Ehrgott.

Frequenz bisher überschaubar

Vor Ort sind immer zwei Kollegen, geöffnet hat die Station täglich von 13 bis 16 Uhr. Der Zulauf hielt sich bis Anfang der Woche in Grenzen: „In den letzten Tagen hatten wir pro Tag unter zehn Tests“, erklärt Ehrgott.

Tagesgeschäft steigt extrem an

Mobile Testungsteams des Roten Kreuzes sind nach Kontaktaufnahme unter der Nummer 1450 weiterhin laufend unterwegs. Zuletzt testete das Rote Kreuz auf der Bezirkshauptmannschaft von Montag bis Mittwoch Landesbedienstete, darunter Lehrer und Kindergartenpädagogen, sagt Ehrgott im NÖN-Gespräch. Dazu komme das „Tagesgeschäft“, das immer mehr werde: „Im Juni und Juli sind wir 200.000 Kilometer gefahren. Dafür brauchen wir im Normalfall sonst drei Monate.“ Was der Grund für die gestiegenen Einsatzzahlen sei? „Da fallen jetzt viele Sachen an, die in der Anfangszeit von Corona nicht abgearbeitet wurden“, erklärt Ehrgott.

Kapazitäten an der Grenze

Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes fahren mittlerweile – symbolisch betrachtet – mit durchgedrücktem Gaspedal: „Die Situation fordert uns ganz schön.“ Der Blick in die Zukunft sei nicht erfreulich: „Mir fehlen demnächst ein ganzer Pinkl Leute: Viele Zivildiener haben ihre Zeit abgedient, zwei verkürzte Einrückungstermine machen das nicht besser.“

Mit einer Entspannung vor dem Sommer 2021 rechnet Ehrgott nicht. Sein Appell: „Jetzt heißt es, dass wir uns alle zusammenreißen. Die Älteren passen auf und halten Abstand. Gerade viele Jüngere verhalten sich aber so, als würde es das Virus nicht geben.“

Drive-In-Testungen aktuell ohne Endzeitpunkt

Obwohl die Zahlen der positiv getesteten Menschen landesweit zuletzt stiegen, bleiben die Zahlen im Bezirk recht stabil (85 bisher positiv Getestete vor Redaktionsschluss). Wie lange die Drive-In-Teststation in Zwettl für die Waldviertler geöffnet haben soll? „Aktuell gibt es keinen Endzeitpunkt“, sagt RK-Sprecherin Sonja Kellner.