Die Kunst der Linie

Erstellt am 03. Juli 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Vernissage / Erich Steininger lud wieder eine illustre Gästeschar in sein Grafikkabinett nach Kirchbach ein.
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Von Roland Stöger

KIRCHBACH / Erich Steininger lud am 29. Juni in sein Grafikkabinett zur Vernissage ein.

Schon vor der Ausstellungseröffnung, durch den Abgeordneten zum Nationalrat Günter Stummvoll, hatten die Gäste die Möglichkeit sich in den Ausstellungsräumen einen Eindruck über die Werke des Künstlers zu verschaffen.

Die Begrüßung der Gäste wurde vom Künstler selbst vorgenommen und die einführenden Worte zu Ausstellung wurden anschließend von Hermann Dikowitsch, dem Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich, gesprochen. In seinen Ausführungen betonte er, dass die ausgestellten Werke repräsentativ für das Wirken von Erich Steininger stehen. Weiterst stellte er auch die Frage „Wofür steht Erich Steininger?“: Auf der einen Seite natürlich für das Waldviertel, da er dort als achtes von neun Kindern unmittelbar zu Beginn des zweiten Weltkrieges geboren wurde. Viele sind seit damals abgewandert,aber ihn zog es gleich nach seinem Studium wieder zurück in seine Heimat, das Waldviertel. Der zweite Aspekt, von dem er stark geprägt wurde, war sein Elternhaus. Inspiriert durch das Zimmermannshandwerk seines Vaters hatte er seit früher Kindheit immer Kontakt zum Werkstoff Holz, das ihm immer wieder Kraft gegeben hat.

Alte Bildtechnik,  aufregend aktuell

Kein anderer österreichischer Künstler hat sich nach 1945 so ausschließlich dem Bildmedium Holzschnitt gewidmet wie Erich Steininger. Noch während seines Studiums begann seine Auseinandersetzung mit dieser Bildtechnik. Über viele Jahre standen, geprägt vom expressionistischen Holzschnitt, Themen wie Landschaft, Menschen, Natur im Mittelpunkt. Seit den 1990er Jahren entwickelte er eine auf dem Prinzip der Holzschnittlinie beruhende abstrahierende Arbeitsweise, welche die immanenten Möglichkeiten des Holzschnittes selbst in den Vordergrund rückt. In faszinierender Weise zeigt Steininger, dass auch eine scheinbar alte Bildtechnik eine aufregende Aktualität gewinnen kann.

Im Anschluss dankte Roland Stöger, der Kulturreferent der Gemeinde Rappottenstein, dem Künstler für seine Treue zum Waldviertel und vor allem für die Treue zu seiner Heimatgemeinde. Durch sein Atelier in der ehemaligen Volksschule in Kirchbach und die jährlichen Ausstellungen wird der Name Rappottenstein weit über die Landesgrenzen getragen. Die Gemeinde ist stolz auf diesen großen Künstler und freut sich, das durch sein Schaffen Leben in die alten Mauern kommt.

Die Ausstellung kann bis 31. August, Samstag und Sonntag, nach telefonischer Vereinbarung unter 0676/7169017 zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden. Der Künstler wird die Besucher selbst durch die Ausstellung führen.

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