Rappottensteiner Schulwartin schwingt den Kochlöffel. Bisher war die 38-jährige Petra Gerstbauer Köchin für Schulkinder in Rappottenstein. Ab sofort ist sie auch Schulwartin.

Von Markus Füxl. Erstellt am 01. Mai 2021 (04:11)
Petra Gerstbauer (2. von links) ist in Rappottenstein Schulköchin und Schulwartin in einer Person. Mit im Bild: Bürgermeister Josef Wagner, Vizebürgermeisterin Sonja Hörth und die frühere Schulwartin Christine Lehmberger.
Markus Füxl

Eine Köchin, die mit einem Besen ausgerüstet ist – beziehungsweise eine Schulwartin, die kocht: Das gibt es ab sofort am Schulstandort in Rappottenstein: Weil Christine Lehmberger als Schulwartin in Pension geht, übernimmt die 38-jährige Schulköchin Petra Gerstbauer ihre Agenden.

Bisher war Gerstbauer geringfügig angestellt, jetzt ist sie voll beschäftigt. Wie sich ihr Alltag ändert? „Am Vormittag wird gekocht, am Nachmittag zusammengeräumt und repariert“, erzählt sie beim NÖN-Besuch. Gekocht wird Montag bis Donnerstag, ein Menü kostet für die Eltern drei Euro. Das Angebot richtet sich an die Kinder der Nachmittagsbetreuung sowie an die Kinder aus Kindergarten, Volksschule und Mittelschule sowie für die Kinder aus der Tagesbetreuung. Durchschnittlich werden so 45 Kinder täglich verköstigt.

Das Angebot ist keine Selbstverständlichkeit für eine doch eher kleinere Gemeinde, erklärt ÖVP-Bürgermeister Josef Wagner: „Für die Gemeinde bietet es einen immensen Mehrwert, dass die Kinder hier frisches Essen bekommen.“

Jeden Tag regional und frisch. Gerstbauer kauft jeden Tag im Ort ein, also regional und frisch: „Wir haben ja auch einen tollen Fleischhauer in der Ortschaft“, sagt die Köchin. Reservierungen nimmt sie bis 7.30 Uhr an – notfalls überzieht sie damit aber auch ein wenig, erklärt sie. In der Küche steht sie alleine: „Selbst ist die Frau“, sagt sie lachend. Wenn tatsächlich der Hut einmal brennen sollte, hilft die Kollegin aus der Nachmittagsbetreuung, Martina Schöllbauer. Die große, schuleigene Küche gibt es seit 2011, nach zwei Jahren wurde renoviert.

Eigentlich wollte man heuer das zehnjährige Bestandsjubiläum groß feiern, inklusive eines eigenen Kochbuches – Corona machte einen Strich durch die Rechnung, die Feier soll aber nachgeholt werden.

Und was steht für die Kinder eigentlich auf der Speisekarte? „Quer durch die Bank, vom Schweinsbraten über vegetarische Menüs bis zu Palatschinken. Nur Schnitzel bekommen sie bei mir nicht, die gibt es im Wirtshaus“, sagt Gerstbauer lachend.

Die Nachfrage nach solchen Angeboten und einer Ganztagesbetreuung nehme laut Wagner laufend zu: Aktuell können die Kinder von 7 bis 17 Uhr betreut werden. Für die Sommerferien wird an einer Nachmittagsbetreuung gefeilt.