Josef Baireder: „Schwierig, aber es ist machbar“. Echsenbachs Bürgermeister Josef Baireder hat für 2021 einige Pfeile im Köcher. Auch die Krise soll den Fortschritt nicht aufhalten.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 20. Februar 2021 (05:28)
Josef Baireder will seine Gemeinde auch in Pandemiezeiten antreiben und weiterbringen.
Gemeinde Echsenbach

Nach dem Schock des ersten Lockdowns im letzten Frühjahr, steht Echsenbach wieder recht solide auf den Beinen. Tatendrang ist auch in Krisenzeiten zu spüren. Bürgermeister Josef Baireder sprach mit der NÖN über Corona-Cluster, Absagen und seine Hoffnungen für die Zukunft.

NÖN: Wie würden Sie das Jahr 2020 kurz zusammenfassen, wenn das überhaupt möglich ist?

Josef Baireder: Die Pandemie hat 2020 eigentlich das gesamte Leben bestimmt. Wir waren hier in Echsenbach im Frühjahr aufgrund des Clusters in der Nachbargemeinde doch sehr betroffen. Da waren auch einige Echsenbacher dabei. Es war gleich so ein richtig heftiger Einstieg in den Pandemiealltag. Nachdem der Cluster recht zu Beginn war, war die Situation noch etwas leichter zu bewältigen. Einen kleinen Schock erzeugte es bei uns trotzdem.

Wäre der Cluster vermeidbar gewesen?

Baireder: Mittlerweile denkt man natürlich anders, aber damals war es wahrscheinlich unvermeidbar. Zu diesem Zeitpunkt haben viele den Ernst der Lage noch nicht so realisiert. Heute wissen wir alle, wie man eine Ansteckung vermeidet. Das war damals einfach nicht so bekannt. Pech spielt bei so etwas natürlich auch immer eine Rolle.

Wie verlief der Rest des Jahres im Bezug auf Ansteckungen in Echsenbach?

Baireder: Abgesehen von dem frühen Cluster, waren die Zahlen eigentlich immer im Rahmen. Probleme gab es, als eine Betreuerin im Kindergarten positiv getestet wurde. Da mussten wir den Kindergarten kurzzeitig schließen. Im großen und ganzen waren wir aber lange Zeit bei null Fällen. Vor einigen Wochen standen wir mal bei sieben. Mittlerweile sind die Zahlen aber auch wieder auf null zurückgegangen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als im März 2020 der erste Lockdown verkündet wurde?

Baireder: Es verlief auf jeden Fall dramatischer, als ich anfangs noch dachte. Ungefähr so wie eine Grippewelle stellte ich mir das Ganze damals vor und dass es in den Griff zu bekommen wäre. Vorkehrungen haben wir natürlich schon getroffen. Die anfänglichen Coronafälle gingen dann auch relativ schnell wieder zurück, das Wetter wurde wärmer. Der Beginn war vielleicht schockierend, aber ich war dann bald wieder optimistisch. Auch im Bezug auf Veranstaltungen, von denen es in Echsenbach immer zahlreiche gibt. Ich kann mich erinnern, dass unser Kirtag am letzten Julisonntag fast normal über die Bühne gegangen ist. Viele andere Veranstaltungen mussten aber leider abgesagt werden. Im Ganzen betrachtet war das Jahr aber schon eine enorme Herausforderung.

Welcher Ausfall schmerzte besonders?

Baireder: Wir hätten im Vorjahr 90 Jahre Marktgemeinde Echsenbach und 20 Jahre Schnapsglasmuseum gefeiert. Dass diese Feiern ins Wasser fielen, war extrem schade. Auch die Museumstage und das Sommertheater konnten nicht stattfinden.

Gibt es die Option, die Jubiläumsfeiern nachzuholen?

Baireder: Zumindest beim Museum hätten wir sie, falls es die Situation heuer zulässt. Momentan schaut es aber leider wieder nicht gut aus.

Wie hat sich durch die Pandemie der Bürgermeisteralltag verändert?

Baireder: Für mich hat sich der Alltag in der Hinsicht verändert, dass ich mehr auf die digitalen Medien zur Kommunikation setzen musste. Das macht sowohl den Kontakt zur Bevölkerung, als auch interne Gespräche schwieriger. Insgesamt ist das aber bewältigbar. Eine deutlich größere Herausforderung war die Organisation auf der Gemeinde. Eine Zeit lang mussten wir unser Personal teilen. Das machen wir zum Teil auch jetzt noch. Ein Problem war zudem die Poststelle, die bei uns auch auf der Gemeinde ist. Durch die stark gestiegenen Online-Bestellungen waren unsere Mitarbeiter hier deutlich mehr beansprucht.

Konnten trotz der Krise einige Projekte umgesetzt werden?

Baireder: Ja, unser Hauptprojekt 2020 war sicher der Breitbandausbau. Ab November wurde dieser großflächig im gesamten Gemeindegebiet durchgeführt. Das kommt jetzt in Zeiten von Home-Office genau richtig und bringt enorme Vorteile mit sich. Abgesehen davon, konnten wir alle wesentlichen Projekte umsetzen. Zum Beispiel wurde die gesamte Ortsbeleuchtung auf LED umgestellt. Auch die große Sanierung eines Regenwasserkanals haben wir durchgebracht. Zudem haben wir einiges in die Freizeitanlage investiert. Das war genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die war im Sommer gut besucht. Ich kann nicht sagen, dass wir uns aufgrund der Pandemie zurückgenommen haben. Es war zwar schwierig, aber letzen Endes machbar.

Welche Vorhaben sind jetzt für 2021 geplant?

Baireder: Eines unserer Hauptprojekte wird eine Siedlungserweiterung am Aufeld. Da gibt es gerade die Ausschreibung für Straßenbau, Wasser, Kanal, Breitband und so weiter. Auch Bauinteressenten gibt es schon einige. Wir sind bemüht, mit der Erschließung bis Juni fertig zu werden, damit dort auch so schnell wie möglich gebaut werden kann. Ein weiteres großes Anliegen ist die Wasserversorgung, wo wir im Sommer Probleme hatten. Ende Herbst konnten wir noch einen neuen Brunnen erschließen. Den sollten wir jetzt noch weiter ausbauen. Das nächste Thema sind Straßensanierungen, die nach dem Breitbandausbau anstehen. Interessant sind sicher auch Investitionen in Holzgas- und Photovoltaikanlagen. Ich hoffe da noch auf Förderungen, dass es auch damit etwas wird. In Summe gibt es also schon einiges.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Baireder: Ich wünsche mir, dass die Prognosen stimmen und wir im Sommer zu einer annähernden Normalität zurückkehren können. Ich hoffe auch, dass die Zahl der Infektionen recht niedrig bleibt, wie zuletzt. Nachdem wir in der Gemeinde mit Hartl Haus eine große Firma ansässig haben, wünsche ich mir, dass dort der Betrieb gut weiterläuft. Wir leben hier doch sehr stark von der Kommunalsteuer durch die Firma. Im Vorjahr konnte zum Glück fast immer gearbeitet werden und auch die Auftragslage war später wieder gut. Wenn es so bleibt, kann ich zufrieden sein. Wir sind da noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.