Leitgeb beendet seine ehrenamtlichen Besuchsdienste

Erstellt am 19. Januar 2022 | 04:10
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Josef Baireder bedankte sich bei Johann Leitgeb für dessen ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle vieler Gemeindebürger.
Foto: privat
Als Ehrenamtlicher machte Johann Leitgeb aus Echsenbach 472 Hausbesuche in acht Jahren.
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Acht Jahre lang war Johann Leitgeb in Echsenbach und den Katastralgemeinden unterwegs, um ältere Gemeindebürger zu besuchen und mit ihnen etwas Zeit zu verbringen. Nun beendete er seine Besuchsdienste.

Den ersten Besuchsdienst erledigte der ehemalige technische Leiter bei Hartl Haus im August 2014. Die Idee dazu sei ihm schon länger im Kopf herumgeschwirrt. „Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und habe dabei im Spital jemanden kennengelernt, der dort Besuchsdienste machte. Das hat mir imponiert“, erzählt Leitgeb.

Er brachte dieses Angebot also in den vergangenen Jahren nach Echsenbach und die Katastralgemeinden. In Absprache mit einem Seelsorger fanden sich die ersten Personen, die Leitgeb besuchte. Daraufhin sprachen sich die Besuchsdienste herum, und es wurden laufend mehr. „Meistens hatte ich ungefähr 20 Leute, die ich besuchte“, sagt Leitgeb. Insgesamt kamen dadurch in den vergangenen acht Jahren 472 Hausbesuche zusammen.

Erzählungen der Leute bereicherten Leitgeb

Vielen Leuten durfte Leitgeb im Rahmen dieser Besuchsdienste näherkommen. „Das hat mir etwas gegeben“, meint der heute 83-Jährige. Es sei ihm wichtig gewesen, etwas für die Gemeinschaft zu tun, nachdem er zuvor nur für seinen Beruf gelebt hatte. Seit 1961 war Leitgeb bei Hartl Haus und schloss während der Zeit wenige Bekanntschaften. Durch die Besuchsdienste änderte sich dies. In den ein bis eineinhalb Stunden, die Leitgeb zu Besuch war, konnte er den Leuten näherkommen. Dann hat man sich gegenseitig viel erzählt. „Mit den Frauen konnte ich übers Kochen sprechen, was ich auch gerne mache, mit den Männern mehr über die Arbeit“, gibt Leitgeb an, der im Gegenzug auch von sich erzählte und den Ländern, die er kennenlernte.

„Manche waren zu zweit, dann ist das Gespräch überhaupt nie zum Stocken gekommen“, so der Echsenbacher, der zumeist zwei bis drei Besuche pro Woche absolvierte. Natürlich gab es nicht immer nur fröhliche Themen.

Auch über den Krieg wurde gesprochen und andere Schicksalsschläge. Und von vielen Menschen, die Leitgeb im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit besuchte, hat er sich auch bereits verabschieden müssen.

Das Feedback im Bezug auf die Besuchsdienste war aber durchwegs positiv, und Leitgeb meint: „Ich würde das gerne jemandem weitergeben.“

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