So feiert der Bezirk Zwettl Ostern. Messen in leeren Kirchen, Ratschen aus dem Fenster: Der Coronavirus sorgt heuer für ein denkwürdiges Osterfest.

Von Karin Pollak. Erstellt am 10. April 2020 (06:37)

Ostern, das wichtigste Fest der katholischen Kirche, muss heuer mehr oder weniger ausfallen. Priester dürfen mit maximal vier Personen die Messen feiern, den Gläubigen bleibt das Gebet zu Hause. Außer es gibt Alternativen, wie zum Beispiel in Großgöttfritz und Arbesbach.

„Wir übertragen alle Messen in der Karwoche und zu Ostern via Youtube“, gibt Pfarrer Thomas Tomski aus Großgöttfritz bekannt. Dazu wurden Links eingerichtet, die auf der Homepage der Pfarre unter www.pfarre.grossgoettfritz.at abrufbar sind. „Diese Messen werden aus Großgöttfritz und aus Grafenschlag übertragen“, weiß der Pfarrer.

„Ostern ohne Gläubige ist außergewöhnlich. Aber wir suchen den Kontakt und die Verbindung. Ich feiere täglich um 19 Uhr eine Messe im Pfarrhof und damit bin ich im Gebet mit allen verbunden“, meint Tomski. Auch in Arbesbach werden die Ostermessen via Youtube live übertragen. Den dazugehörigen Live-Stream findet man auf der Pfarr-Homepage (www.pfarre.arbesbach.at). Auch für Pfarrer Andreas Bühringer ist das eine Premiere: „Mit vier Personen feiern wir die Messen, die unsere Gläubigen daheim mitverfolgen können.“

Keine „Online-Messe“ in Zwettl, sagt Kuziora

Auf die Frage, ob er die Messen auch online übertragen werde, sagt der Zwettler Pfarrmoderator Thomas Kuziora: „Das Angebot im Internet ist bereits sehr groß, daher werde ich so etwas nicht anbieten.“ Er hält trotz Einschränkungen aufgrund Covid 19 jeden Tag um die Mittagszeit eine Heilige Messe in der kleinen Kapelle beim Pfarrheim und am Sonntag um 8.30 und um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche.

„Neulich war eine Person bei der Heiligen Messe anwesend, aber ich denke, sie wollte eigentlich nur das persönliche Gebet suchen. Der Gottesdienst findet auch ohne die Anwesenheit von Menschen statt. Wir sind angehalten, die Heiligen Messen weiterhin zu feiern, und wir werden die Kirche in dieser schweren Zeit auch nicht für die Gläubigen zusperren“, so Kuziora im Gespräch mit der NÖN.

Am Palmsonntag wurden in Zwettl, Großglobnitz und Marbach/Walde die Gottesdienste zu den üblichen Zeiten ohne „Publikum“ gehalten. Die Liturgie der Karwoche muss im kleinsten Kreis gefeiert werden. Die Gottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht werden stellvertretend für alle Pfarren in der Pfarrkirche in Zwettl gefeiert. Anwesend wird nur das Pfarrteam sein.

Angepasst: Ratschen aus dem Fenster

Auch der Brauch des Ratschens soll im Pfarrverband auch heuer stattfinden. „Alle, die eine Ratsche zu Hause haben, können am Karfreitag um 6, 12 und 18 Uhr aus dem Fenster oder vor dem Haus ratschen. Damit ist dieser schöne Brauch hoffentlich für alle Gläubigen im Ort hörbar“, meint Pfarrer Thomas Tomski.

In Allentsteig wird die Bevölkerung am Karfreitag um 15 Uhr aufgefordert, von zuhause aus dem Fenster oder im Garten zu ratschen. Auch in anderen Gemeinden, etwa in Göpfritz oder Scheideldorf wird am Gründonnerstag und Karfreitag am Morgen, Mittag und Abend geratscht.

In der Pfarre Altpölla liegen geweihte Palmenbuschen auf, welche durch Entgelt von der Bevölkerung genommen werden können. In Echsenbach lädt die Marktgemeinde die Kinder zu einem Mal- und Bastelwettbewerb ein. Die Ergebnisse gibt es auf der Homepage zu sehen.