Rotes Kreuz Zwettl: Zum Mond und wieder retour. Fast 23 Mal umrundeten 2019 die Einsatzkräfte der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Zwettl die Erde. Insgesamt legten die Mitarbeiter 911.000 Kilometer zurück. Damit kämen sie bis zum Mond und retour – und es wären noch Kilometer übrig.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. Februar 2020 (14:08)
Im Einsatz: Martin Hanny, Gerald Metz, August Haderer und Manfred Ehrgott ziehen Bilanz in Zwettl.
Markus Füxl

„Wir hatten im vergangenen Jahr 18.112 Einsätze, eine handvoll weniger als noch im Jahr zuvor“, zieht Bezirksstellengeschäftsführer Manfred Ehrgott Bilanz. 953 Einsätze verzeichnete die Ortsstelle Arbesbach, 567 Langschlag, 1.979 Martinsberg und die übrigen 14.613 Zwettl. Bei den Einsatzarten kam es zu einer Verschiebung: „Kleinere Einsätze wie Fahrten zu Chemotherapien oder Dialysen werden weniger, dafür sind wir um fast 30.000 Kilometer mehr für große Einsätze gefahren“, erklärt Ehrgott.

Bei den Einsätzen mache sich eine Veränderung in der Kliniklandschaft bemerkbar. Herzinfarkte, die früher noch in Zwettl behandelt wurden, werden jetzt zentral in Schwerpunktkrankenhäuser geliefert. „Früher sind wir nach Zwettl gefahren, jetzt nach St. Pölten. Da kommen natürlich die Kilometer zusammen“, sagt Ehrgott.

Insgesamt leisteten die Mitarbeiter 175.000 Einsatzstunden. „Das ist ein ganz schöner Brocken“, meint der Bezirksstellengeschäftsführer. 19 Leute beschäftigt die Bezirksstelle „inklusive Putzefrau“, sagt Ehrgott. 21 Einsatzfahrzeuge stehen bereit.

Feldküche kann 250 Portionen auskochen

Diese müssen regelmäßig ausgetauscht werden, spätestens alle fünf bis sechs Jahre, beziehungsweise bei einem Kilometerstand von 300.000. Im Einsatz waren die Fahrzeuge rund 29.000 Stunden, um fast 1.500 Stunden mehr als noch im Jahr zuvor.

Eine Besonderheit gibt es seit drei Jahren in der Bezirksstelle: Die Feldküche für das Waldviertel. 250 Portionen können dort in einem Durchgang ausgekocht werden. Sie ist für den Katastropheneinsatz gedacht. „Einmal im Jahr kochen wir damit, um in Übung zu bleiben. Wir hoffen natürlich, dass wir sie nie tatsächlich brauchen“, sagt Ehrgott.

Besonders fleißig zeigen sich die Zwettler beim Blutspenden. Insgesamt gab es 49 Blutspendeaktionen im Bezirk Zwettl. 6.346 spendeten 5.808 Blutkonserven. Damit liegt man deutlich über dem Österreichschnitt, betont Ehrgott: „Für Vielspender veranstalten wir eine Party und vergeben Verdienstmedaillen. In Allentsteig hat ein Spender bereits 200 Mal Blut gespendet. Für ihn haben wir leider keine Auszeichnung mehr, bei 150 ist Schluss.“

Ball heuer erstmals mit neuer Band

Seit September 2019 sind im Bezirk Zwettl sogenannte Bezirkseinsatzleiter bei besonders schweren Einsätzen unterwegs. Sie dienen als Schnittstelle der Einsatzkräfte vor Ort. „Das läuft gut, im vergangenen Jahr hatten wir 22 solcher Einsätze“, erklärt Ehrgott. Auch beim Ball am 22. Februar gibt es eine Neuerung: Nach 35 Jahren hört die Band „Clarks“ auf. Heuer steht erstmals „Waldviertel Express“ auf der Bühne.

Noch immer mangelt es immer wieder an Zivildienern. Für den nächsten Termin im April fehlen noch vier von acht Zivildienern. „Wenn die fehlen, ist es besonders bitter. Die kann ich nicht einfach so kompensieren“, sagt Ehrgott.

Stolz ist er auf den weiblichen Teil seines Teams: „Da ist Power dahinter, die hauen sich richtig rein. Und sie beschädigen weniger Autos als ihre männlichen Kollegen“, sagt Manfred Ehrgott lachend.