„Flitterquarantäne“ statt Hochzeitsreise. Ehepaar gab sich in Corona-Zeiten bei einer „Schreibtischhochzeit“ das Ja-Wort.

Von Markus Füxl. Erstellt am 01. April 2020 (03:40)
Markus Komertzky und Gerlinde Kretz gaben sich am Standesamt das Ja-Wort – ohne Gäste.
privat

Eine ganz besondere Hochzeit feierten Markus Komertzky und Gerlinde Gretz: Sie schlossen den Bund der Ehe während der Ausgehbeschränkungen der Bundesregierung bei einer sogenannten „Schreibtischhochzeit“ am Standesamt Ottenschlag.

„Der Termin stand schon länger fest. Als wir die Entwicklungen verfolgt haben, wollten wir die Hochzeit kurz ganz lassen. Da kam fast stündlich eine neue Hiobsbotschaft herein“, sagt Komertzky. Es war bereits eine Hochzeitstafel beim Mohnwirt in Armschlag reserviert. Nachdem die gesamte Gastronomie gesperrt worden war, machten auch Blumengeschäfte und die Konditorei für die Hochzeitstorte zu.

Ringe waren schon graviert

„Wir hatten schon die Ringe entsprechend graviert“, sagt Komertzky. Schließlich zog das Paar die Hochzeit durch – wenn auch in ungewöhnlichem Rahmen: „Außer uns war nur die Standesbeamtin anwesend, es gab keine Gäste. Die Trauung ging flott, nach einem kurzen Gespräch folgte die klassische Frage mit ‚Willst du‘, dann gab es die Unterschrift und fertig war‘s“, erzählt der Bräutigam.

Vor der Trauung kaufte er noch einen Blumenstrauß im Supermarkt. „Die Hochzeit war sehr intim und ganz anders. Wir haben es uns aber schön gemacht.“

Während der Trauung band der Schwager des Brautpaares Dosen an das Auto von Komertzky: „Beim Wegfahren hab ich mir nur gedacht, dass jetzt mein Auto kaputt ist“, sagt er.

Mit Mittagessen überrascht

Daheim wurden die beiden von ihrer Familie mit einem Mittagessen überrascht. „Wir haben gemeinsam gegessen und uns dann einen reingeschossen“, sagt der Bräutigam lachend.

Kennen gelernt hatten sich die beiden bereits vor 20 Jahren in der Wiener Innenstadt. Die Verlobung erfolgte im Dezember 2019. Nachholen wollen die beiden die große Feier mit Freunden und Verwandten aber trotzdem: Im August haben sie das Gasthaus „Die Hütte“ in Moidrams gemietet.

„Flitterquarantäne“ statt Ägypten

Aus dem geplanten Urlaub in Ägypten wurde nichts: „Wir machen keine Flitterwochen, sondern ‚Flitterquarantäne‘. Das ist aber eh nicht schlecht. So sehen wir, ob es eine Woche nach der Hochzeit auch noch funktioniert“, sagt Komertzky lachend.