Negative Coronavirus-Tests in Zwettl. Ein Montagetrupp einer Firma im Bezirk Zwettl ließ sich auf das Coronavirus testen - negativ. "Erste Medienmeldungen über als Verdachtsfälle eingestufte Personen sind falsch", sagt Bezirkshauptmann Widermann.

Von Markus Füxl. Erstellt am 28. Februar 2020 (10:28)
Landesklinikum Zwettl
Gerald Lechner

Vor kurzem wurden am Landesklinikum Zwettl mehrere Mitarbeiter einer Firma aus dem Bezirk Zwettl untersucht. Die Bezirkshauptmannschaft gibt Entwarnung: „Die Ergebnisse sind negativ“, sagt Bezirkshauptmann Michael Widermann auf NÖN-Nachfrage.
Mehrere Mitarbeiter eines Montagetrupps waren laut Widermann mit Arbeiten in Venetien, Italien, beschäftigt gewesen. Zurück in Zwettl ließen sie sich auf Eigeninitiative im Krankenhaus untersuchen.

„Die Arbeiter hatten aber keine entsprechenden Symptome“, erklärt Widermann. Damit waren sie auch keine Verdachtsfälle nach der Richtlinie des Bundesministeriums, wie von einem Gratisblatt ursprünglich behauptet, sagt Widermann. Auch seien keine Schulen im Bezirk Zwettl, die von Kindern der Betroffenen besucht werden, darüber informiert worden, wie in der Originalversion des Artikels behauptet wurde. „Außerdem ist keine Familie der Betroffenen von uns unter Beobachtung gestellt worden“, sagt Widermann weiter. Im Bezirk Zwettl gab es laut dem Bezirkshauptmann bis dato keine Verdachtsfälle auf das Virus.

Die Mitarbeiter haben laut Bezirkshauptmann im Zwettler Landesklinikum Abstriche machen lassen. Diese wurden zur weiteren Untersuchung weitergeleitet. Auf Nachfrage der NÖN verweist Pressekoordinator des Landesklinikums Andreas Leitner auf eine Aussendung der Gesundheitsagentur NÖ zum Thema: „Im Fall von Corona werden begründete Verdachtspatienten ausschließlich an zwei Klinikstandorten mit Isolierstationen untersucht: im UK St. Pölten (für die Regionen Mostviertel, Waldviertel und Mitte) und im LK Mödling (für das Weinviertel und der Thermenregion).

Der Patient mit begründetem Verdacht wird im Klinikum isoliert und es erfolgt die Diagnostik. Die Probe wird in der Folge an der Virologie der Medizinischen Universität Wien ausgewertet. Das Krankenhauspersonal verfügt beim Umgang mit dem Verdachtsfall über eine persönliche Schutzausrüstung, unter anderem FFP2-Masken mit Ausatemventil, Untersuchungshandschuhe, Schutzkittel, Schutzbrille. Sollte ein Coronavirus (2019-nCoV) beim Patienten nachgewiesen werden, dann wird ein Transfer ins Sozialmedizinisches Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital mit einem qualifizierten Rettungsmittel durchgeführt. Mit derzeitigem Stand wurden in beiden Klinikstandorten seit Beginn (Ende Jänner) 125 Personen getestet. Bis jetzt alle negativ.“

"Virus ist kein großes Thema bei uns"

Bis dato sei das Coronavirus auf der Bezirkshauptmannschaft „kein großes Thema“, sagt BH-Stellvertreter Matthias Krall: „Von der Gefährlichkeit ist das Virus ähnlich einer Grippe einzustufen. Bei der jüngsten Grippewelle gab es aber keine Hamsterkäufe“, sagt er über die Gefahr einer vorschnellen Panik. Vergangene Woche wurde in Wien ein Gymnasium wegen eines Coronavirus-Verdachts einer Lehrerin eine Schule abgeriegelt „Diese Vorgehensweise kann ich nicht verstehen. So wird in kurzer Zeit größtmögliche Panik verbreitet“, sagt Krall.