Zweite Spur für Covid-Teststraße in Zwettl. Aufgrund des großen Andranges bei der Drive-In-Teststation in Zwettl ist eine zweite Teststraße in Betrieb.

Von Karin Pollak. Erstellt am 11. November 2020 (05:25)
Derzeit wird die zweite Corona-Teststraße in Zwettl errichtet, die ab der kommenden Woche in Betrieb gehen wird. Der Andrang bei den von den Behörden verhängten Tests ist enorm. Um die 300 Testungen werden täglich durchgeführt.
Rotes Kreuz Zwettl

„Das ist ein normaler Tagesbetrieb“, meint Manfred Ehrgott vom Roten Kreuz Zwettl zum Megastau bei den Zufahrten zur Corona-Teststation am Vormittag des 5. November. Den Verkehr regeln zwei Polizisten, die Warteschlangen ziehen sich bis zum „Bergwirt“ – und dass, obwohl erstmals die zweite „Teststraße“ in Probebetrieb gegangen ist, die ab dieser Woche fix installiert wird.

Zweite Teststraße schon im Probebetrieb

„Wir testen täglich rund 300 Personen. Jetzt werden es aber um einiges mehr“, zeigt der Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes Zwettl auf. Dabei handelt es sich um Corona-Verdachtsfälle und Kontaktpersonen aus dem gesamten Waldviertel und teilweise auch darüber hinaus, die von den Behörden zum Testen geschickt werden.

Die Tester werden vom Roten Kreuz gestellt, diese machen gemeinsam mit Administrations-Hilfskräften des Bundesheeres täglich von 8 bis 16 Uhr Dienst in der Corona-Teststation. Am 5. November waren in der zweiten Teststation vorwiegend Rot-Kreuz-Mitarbeiter aus Zwettl, die sich außerhalb ihres Dienstplanes dafür zur Verfügung gestellt haben und dazu teilweise aus dem Bett geholt worden seien.

Vom Provisorium in Container

Ab dieser Woche sind dann zwei Teststationen in Zwettl fix in Betrieb. „Wir haben bereits vor fünf Wochen beim Land darum gebeten, die Teststation winterfest zu machen. Das haben wir dann schnell provisorisch umgesetzt. Unsere Mitarbeiter standen ja bei wenigen Plusgraden stundenlang im Freien. Jetzt sind aber die Container mit Überdachung eingetroffen. Nur mehr der elektrische Anschluss fehlt“, erklärt Ehrgott.

Das Personal für diese zweite Drive-In-Teststation stellt der Rot-Kreuz-Verband, der dafür Personal befristet anstellt. „Wir bedienen uns aus diesem geschaffenen Topf, die verbleibenden Löcher stopfen wir mit ehrenamtlichen Mitarbeitern“, erklärt Ehrgott.

Ergebnis innerhalb der Toleranzfrist

Die Tests werden täglich um 10 und um 13 Uhr von einem Fahrer abgeholt. Um 16 Uhr bringen Rot-Kreuz-Mitarbeiter die danach durchgeführten Tests nach Langenlois. „Ausgewertet werden alle in einem Labor in Salzburg. Das Ergebnis erhalten die getesteten Personen zwischen 24 und 48 Stunden, also innerhalb der Toleranzfrist.

„Wir haben uns sehr gut organisiert. Wir sind es ja gewohnt, täglich einen Plan neu zu erfinden. Wir machen es einfach“, zeigt Ehrgott die Flexibilität seiner Mitarbeiter auf. Bis der zweite Lockdown eine Entspannung bei den Corona-Fallzahlen bringen werde, würden laut Ehrgott noch einige Tage verstreichen: „Wir hatschen immer zwei Wochen hinterher, erst in der dritten Novemberwoche werden die strengeren Maßnahmen greifen. Das gilt auch für die Krankenhäuser. Wer sich heute ansteckt, kommt eventuell in zwei Wochen ins Krankenhaus.“

Noch kein Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Dienst angesteckt

Stolz ist der Bezirksstellengeschäftsführer auch darauf, dass sich bisher noch kein einziger Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Dienst mit Covid-19 angesteckt habe, auch bei keinem Patienten sei das bei Rettungstransporten passiert. „Wir tun auch viel dafür und rennen in der Dienststelle nur mit Mund-Nasen-Schutzmasken herum, tragen diese auch während der Arbeit am Schreibtisch. Nur so bekommt man Corona in den Griff. Das gilt aber für alle.“