Birnengitterrost auf Vormarsch: Biologe gibt Tipps. Pilz bedroht sowohl Birnenbäume als auch Wacholder. Biologe gibt Tipps für Garten.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. Juni 2021 (04:20)
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Ewald Altenhofer zeigt der NÖN einen vom Birnengitterrost befallenen Wacholder.
Franz Pfeffer, Ewald Altenhofer, Franz Pfeffer, Ewald Altenhofer

Ewald Altenhofer ist besorgt. „Seit Jahren will ich die Bevölkerung über den Birnengitterrost informieren“, erklärt der Biologe beim NÖN-Lokalaugenschein. Vor kurzem hat der Biologe aus Etzen in Zwettl einen Pilz auf „Chinesischem Wacholder“ gefunden.

In den letzten Jahren ist in unserer Umgebung der sogenannte „Birnengitterrost“ sehr häufig aufgetreten. Ab Anfang August lassen sich an den Blättern der Birnenbäume gelb-orange-rote Flecken beobachten. Der Pilz lebt in den Blättern und zerstört das Chlorophyll. Damit verliert der Baum einen mehr oder weniger großen Teil seiner Fotosyntheseleistung – der Baum hungert. „Damit werden Ertragsmenge und Fruchtqualität beeinträchtigt“, erklärt Altenhofer.

Ab September sind an der Blattunterseite pustel- und zipfelförmige Gebilde zu erkennen, aus denen dann die Pilzsporen freigesetzt werden. Die Sporen befallen Zweige von chinesischen Wacholderarten, an denen Anfang Mai orangerote, schleimige Pilzkörper zu finden sind. „Die Sporen dieses Pilzes werden durch den Wind auf die jungen Blätter der Birnenbäume übertragen“, erklärt Altenhofer die Verbreitung. Der Birnengitterrost macht also in seiner Entwicklung einen Generations- und Wirtwechsel: Eine Generation entwickelt sich in den Blättern der Birnenbäume, die folgende an den Zweigen chinesischer Wacholderarten.

Sträucher ersetzen. Wie können Gartenbesitzer dazu beitragen, den Birnengitterrost in unserer Umgebung zurückzudrängen? „Es sollen die chinesischen Wacholderbüsche aus den Gärten entfernt werden. Das ganze Jahr über lässt sich an den spindelförmig verdickten Zweigachsen erkennen, ob ein Exemplar vom Pilz befallen wird. Ökologisch wäre es am wertvollsten, den frei gewordenen Standort durch einen blühenden Strauch, zum Beispiel Rhododendron, zu ersetzen“, rät der Biologe.