Eiserne Hochzeit in Echsenbach: „Jeder muss nachgeben“. Charlotte und ihr Ehemann Wilhelm Duchon sind seit 65 Jahren verheiratet. Sie erzählt vom Kennenlernen, der gewachsenen Familie und dem Geheimnis der langen Ehe.

Von Angelika Koll. Erstellt am 05. Juni 2021 (04:44)
Sonja Höchtl, Annemarie Weixlbraun, Maria Kletzl, Seniorenbundsobmann Kurt Schilcher und Bürgermeister Josef Baireder gratulierten Wilhelm und Charlotte Duchon zur Eisenhochzeit.
privat, privat

Eiserne Hochzeit feierte kürzlich das Ehepaar Duchon. Vor mittlerweile 65 Jahren gaben einander Charlotte und Wilhelm das Ja-Wort.

Kennengelernt haben sich die beiden in Wien. „Durch meinen Schwager“, berichtet Charlotte Duchon, denn der arbeitete gemeinsam mit Wilhelm. Aufgewachsen sind jedoch beide im Waldviertel. Charlotte in Thaua bei Allentsteig und der in Wien geborene Wilhelm bei Litschau in einer Pflegefamilie.

Nach nur einem Jahr als Paar haben Charlotte und Wilhelm am 28. April 1956 geheiratet. Zuerst nur standesamtlich im kleinen Kreis. 1958 zogen sie wieder ins Waldviertel, ins Haus von Charlottes Eltern. Erst nach sechs Jahren als Ehepaar folgte die kirchliche Hochzeit mit einer etwas größeren Feier. Charlotte war damals zuerst als Stationsgehilfin im Krankenhaus tätig. Ihr Mann machte sich als Schlosser selbstständig. Als ihre Mutter krank wurde, musste Charlotte zuhause bei den Kindern bleiben, da ihre Mutter nicht mehr auf sie Acht geben konnte. Schließlich stieg sie in den Betrieb ihres Mannes mit ein und unterstützte ihn bis zur Pension.

Mittlerweile bereits zwölf Urenkel. Bis heute sind die beiden glücklich miteinander. „Das Geheimnis ist: Jeder muss einmal nachgeben“, sagt Charlotte. Drei Söhne hat sie mit ihrem Ehemann großgezogen, und mittlerweile gibt es fünf Enkelkinder und sogar zwölf Urenkel. Der jüngste wurde erst vor Kurzem getauft. Charlotte schmunzelt: „Ein Enkerl habe ich als Geschenk zu meinem Geburtstag bekommen.“ So kann seither doppelt Geburtstag gefeiert werden. Wilhelm und Charlotte freuen sich natürlich immer, wenn die Familie zu Besuch nach Echsenbach kommt, wo die beiden mittlerweile wohnen. „Früher sind wir auch noch öfter zu ihnen gefahren. Jetzt geht das mit dem Autofahren nicht mehr, und sie müssen uns besuchen kommen“, erwähnt Duchon. Auch sonst sind die beiden nicht mehr so viel unterwegs wie früher, doch sind sie froh, noch sehr selbstständig zu sein und sich gegenseitig helfen zu können. Charlotte: „Unsere Kinder sind super. Sie unterstützen uns sehr und machen alles, was wir nicht können.“