Wer fastet heuer in Zwettl?. Zurückhaltung fällt oft schwierig, gerade wenn es um Genüsse wie Alkohol und Süßigkeiten geht.

Von Angelika Koll, Maximilian Köpf, Karin Pollak und Sebastian Dangl. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:31)
Symbolbild
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Der Aschermittwoch ist da. Das kann nur eines bedeuten: Die Fastenzeit 2021 beginnt. Viele Menschen verzichten in dieser Zeit auf Alkohol, Süßes, Rauchen, Fleisch und vieles mehr. Das Fasten hört aber nicht bei Lebensmitteln auf. Manche versuchen auch, das Handy weniger in die Hand zu nehmen oder gar auf das Auto zu verzichten. Wie gehen die Zwettler die Fastenzeit an?

Kirchschlags Bürgermeisterin Christina Martin.
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Bei Kirchschlags Bürgermeisterin Christina Martin wird vor Ostern nicht speziell gefastet. Das Brauchtum werde aber gelebt und sie versuche, mit ihren Kindern weniger zu naschen. Martin merkt jedoch an: „Wir versuchen, immer bewusst zu leben, das ganze Jahr über.“ Sie erwähnt zudem, von ihren Kindern im Vorjahr gefragt worden zu sein, was gefastet wird, aber geantwortet zu haben, dass sie durch Corona sowieso bereits auf vieles zu verzichten hätten.

Auch Künstlerin Renate Amon plant nicht, heuer zu fasten. „Ich mache keine Fastenkuren, weil man nachher normal mehr zunimmt, als man vorher abgenommen hat. Für mich ist das nicht effektiv“, erzählt sie. Wichtiger sei, sich aus langfristige Sicht gesund zu ernähren. „Ich versuche beispielsweise viel Tee zu trinken und allgemein weniger Zucker zu mir zu nehmen.“ Viel Obst und Gemüse würden auch helfen, dauerhaft das Gewicht zu halten.

„Ich faste eigentlich nie“, erzählt AMS-Bezirksstellenleiter Kurt Steinbauer. Auf eine gesunde Lebensweise sollte man auch nach seiner Meinung nach immer achten, und nicht nur zur Fastenzeit. „Man kann natürlich die Genüsse nicht ganz vergessen, aber immer auf Teufel komm raus leben und dann ein paar Wochen fasten bringt für mich auch nichts“, meint Steinbauer.

Der Zwettler Lagerhaus-Chef Johann Bayr.
NOEN

Wirklich viel Erfolg beim Fasten hatte auch Lagerhaus-Chef Johann Bayr bisher nicht. „Ich bin jetzt über 60 und habe schon einige Fastenzeiten hinter mir. Viel gebracht hat es bisher noch nie“, schildert er. Deshalb würde er auch dieses Jahr nicht dediziert fasten. „Ich werde höchstens versuchen, mich mehr an der frischen Luft aufzuhalten, werde aber sonst normal weiterleben.“ Auch er ist der Meinung, dass ein gleichmäßiger Weg der richtige sei.

Abstinenz ging aus Fastenzeit hervor

In einem Aspekt habe die Fastenzeit allerdings tatsächlich geholfen. „Ich habe mir mal vorgenommen, in der Fastenzeit keinen Alkohol mehr zu trinken. Das führte dazu, dass ich mittlerweile gar keinen mehr trinke“, erzählt Bayr. Seit fünf Jahren ist er jetzt alkoholtechnisch „ausgetrocknet“. „Das ist vielleicht mein größter Fastenerfolg“, betont er.

„Fasten ist für mich nicht unbedingt auf das Essen bezogen“, sagt Unternehmer Christof Kastner. „Viel mehr geht es meiner Meinung nach darum, bewusster zu leben. Ich denke da an Wörter wie Nachhaltigkeit und Bio.“ Das solle aber auch nicht nur in der Fastenzeit ein Thema sein. Fastenzeit heiß für Kastner also nicht, weniger essen. „Das wäre ja auch nicht so ideal für mich. Ich lebe schließlich vom Verkauf. In der Hinsicht würde ich mir eigentlich wünschen, dass die Leute nicht fasten“, scherzt Kastner.

Der Zwettler Laufklub-Obmann Reinhard Poppinger achtet auf mehr Bewegung.
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Etwas anders geht Reinhard Poppinger, der Obmann des SC Zwickl Zwettl die Fastenzeit an: „Früher hab ich schon stärker darauf geachtet, da haben wir uns auch im Freundeskreis gewisse Dinge vorgenommen, wie zum Beispiel während der Fastenzeit auf Alkohol zu verzichten. Heute nutze ich die Zeit, um verstärkt auf regelmäßige Bewegung zu achten. Ich möchte in den 40 Tagen 20-30-mal laufen gehen. Sonst ist nichts Außergewöhnliches geplant. Wenn man das ganze Jahr über nicht zu sehr ausschweift, dann muss man in der Fastenzeit ja auch nicht zu sehr zurückschrauben. Die Bewegung als Ausgleich zum Homeoffice, wo der gut gefüllte Kühlschrank dann doch sehr nah ist, ist mir aber schon sehr wichtig.“

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