Schwarzenau: Wärme aus Biomasse

Erstellt am 07. Dezember 2022 | 04:17
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Karl Elsigan und Florian Tretzmüller verfolgen die Vision, Teile des Marktes Schwarzenau per Fernwärme zu beheizen.
Foto: Marktgemeinde Schwarzenau
Ein bis zwei kostspielige Winter noch, dann soll eine eigene Fernwärmeleitung die Marktgemeinde vom teuren Heizgas befreien.
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Dieses Gebiet soll mit Fernwärme versorgt werden.
Foto: Marktgemeinde Schwarzenau

Die gemeindeeigenen Gebäude im Ortszentrum werden aktuell mit Gas geheizt. Die Kostensteigerung belastet die Gemeinde enorm. Auch das neu entstehende Gemeindezentrum ist für eine Gasheizung vorbereitet, diese Heizung kann aber leicht auf andere Heizformen umgestellt werden, etwa auf Fernwärme – und die soll jetzt bald selbst in Schwarzenau produziert werden! Vorteil für die Schwarzenauer: Auch Privathäuser und Unternehmen könnten sich entlang des geplanten Netzes anschließen lassen.

Ideengeber für diesen Schritt ist Florian Tretzmüller, der in der Alm zu Hause ist. „Ich habe Forstwirtschaft auf der Boku studiert, das ist ein Kernthema für mich“, so Tretzmüller. Nachdem er – wie schon im Sommer in der Schwarzenauer Gemeindezeitung angekündigt – über viele Wochen hindurch den Bedarf der Anrainer entlang der Strecke Almstraße, Bürgerstraße, Waidhofener Straße und westlich davon erhoben hat, geht es nun in die konkrete Planung.

Bürgermeister Karl Elsigan: „Das Echo war sehr positiv im geplanten Einzugsgebiet.“ First-Szenario sei ein Plan für eine Hackschnitzel-Biomasse-Anlage mit einer Kapazität für alle erhobenen Anschlüsse. Die Marktgemeinde möchte alle Gebäude im Eigentum der Gemeinde anschließen, inklusive der Häuser mit Wohnungsmietern, wie die alte Schule. Die Hackschnitzel sollen von Schwarzenau ausstrahlend im Einzugsgebiet beschafft werden. Derzeitiger Plan sei laut Elsigan, die Fernwärme-Anlage als Genossenschaft zu gründen.

Sobald das Projekt fertig geplant ist, wolle man die Bürger zu einer Infoveranstaltung einladen, so Elsigan. „Dann wird es auch Informationen geben, wie hoch die Kosten für jeden Anschluss sein werden und welche Fördermöglichkeiten es geben wird.“

„Wir befinden uns in der Projektierungs-Phase, in der auch ein Standort für die Hackschnitzel-Anlage festgelegt werden wird“, so Florian Tretzmüller. An die 30 Haushalte seien bis jetzt interessiert, die Nachfrage sei nach oben offen. Auch die Verlegung der Fernwärmeleitungen, also das gesamte Fernwärmenetz, wird von der Genossenschaft mit mehreren regionalen Partnern geplant und auch betrieben. Die Gemeinde wird nicht Partner der Genossenschaft sein, sondern Wärme-Abnehmer, also Kunde. „Baubeginn wird vor Herbst 2023 nicht möglich sein,“ sieht es Tretzmüller realistisch. „Die Behördenwege benötigen Zeiten, und auch die Lieferzeiten für Fernwärme-netze wie Rohre, Leitungen und Kessel sowie Elektronik sind lang geworden, deshalb dauert das noch“, bedauert Tretzmüller, der selbst Teil der Genossenschaft sein wird.

Nach der positiven Projektierung wird es an die Kostenrechnung gehen und Förderungen beantragt.

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