"Umfahrung Zwettl ist eigentlich eine Rennbahn"

Erstellt am 26. Juli 2017 | 05:00
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Durch ein technisches Gebrechen rammte ein Bus auf der neuen Umfahrung ein Verkehrsleitschild. Knapp 20 Personen sind verletzt und im Bus eingeschlossen. Auf der Gegenfahrbahn führt ein Tanklaster eine Notbremsumg wegen dem Bus durch, das dahinter fahrende Auto rammt ihn. Alle drei Auto-Insassen sind verletzt und eingeklemmt.

120 Rettungskräfte bei Übung

Außerdem tritt Diesel aus dem Tanklastwagen aus. Dieser droht, in die Gewässer zu gelangen. Dieses Horror-Szenario probten die für die Umfahrung zuständigen Feuerwehren Zwettl-Stadt, Rudmanns, Stift Zwettl, Gradnitz und Moidrams sowie das Rote Kreuz am 22. Juli nachmittags. Insgesamt waren 120 Rettungskräfte im Einsatz, knapp 80 Feuerwehrmitglieder und über 40 Mitarbeiter des Roten Kreuzes.

Zur Übung, die im Bereich der Stadt Zwettl zwischen Gradnitz und Stift Zwettl stattfand, kamen auch viele Interessierte, die sich vom Können der Einsatzkräfte überzeugen konnten: In einer knappen Dreiviertelstunde waren alle Personen aus dem Bus geborgen, obwohl bei der Übung auch teilweise angenommen wurde, dass der Zugang zum Bus nur über die auf der Fahrerseite befindlichen Fenster möglich ist.

Die Feuerwehrmänner bargen die Schwerverletzten mit Tragen über diesen Fensterausgang, den sie sich selbst machten und absichern mussten. Innerhalb von eineinhalb Stunden war die Übung so gut wie abgeschlossen. FF-Zwettl-Stadt-Kommandant Gerhard Wührer, der auch Gesamteinsatzleiter war, betonte, dass er von der Geschwindigkeit der Einsatzkräfte erstaunt war: „Damit habe ich nicht gerechnet“, so Wührer.

"Übung wichtig für den Ernstfall"

Die Übung hätte gut funktioniert, die Koordination der fünf Feuerwehren, die die zwei doch weiter voneinander liegenden Unfallstellen bearbeiteten, hätte gut geklappt und man hätte einige wichtige Erkenntnisse gewinnen können: „Heute haben wir gesehen, dass die Umfahrung eigentlich eine Rennbahn ist. Diese dreispurige Straße ist nicht ohne“, meinte Wührer bei der Einsatzbesprechung. Außerdem habe man gesehen, dass mindestens zwei Feuerwehren bei einem Unfall auf der Umfahrung zusammenarbeiten müssen, denn eine Wehr hätte unter Umständen zu wenige Ressourcen.

„Eine interessante Übung. Sie war sehr wichtig, damit man im Ernstfall weiß, was einen dort erwartet. Diese breite Straße muss man gut absichern“, meinte Stadtrat Gerald Knödlstorfer, der die Übung besichtigte. „Wir wissen, dass wir bei der Umfahrung zusammenhelfen müssen, so wie wir das immer tun müssen“, sagte Abschnittskommandant Ewald Edelmaier. Er dankte, so wie alle anderen den Übenden und den freiwilligen Statisten, denen im Vorfeld noch realistischen Verletzungen aufgeschminkt wurden.

Post stellte Bus zur Verfügung

Die Übung wurde von der Feuerwehr Zwettl-Stadt von Wührer, Kommandant-Stellvertreter Matthias Hahn und Ausbildungssachbearbeiter Mario Steinbauer ausgearbeitet. Die ersten Gespräche dazu fanden bereits im April statt. Von der Post wurde ein ausrangierter Bus zur Verfügung gestellt, den die Feuerwehr von Hollabrunn nach Zwettl schleppen musste.

 

Weitere Fotos zur Einsatzübung bekamen wir von Claus Schindler (fotozwettl.at) zur Verfügung gestellt:

 

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