Grafenschlag: Spritztour mit dem Batmobil, Hook und Co.. Martin Hahn baut Filmautos nach. Von 28. bis 29. August plant er ein zweitägiges Autotreffen für Fans.

Von Markus Füxl. Erstellt am 08. Juli 2021 (04:36)

Er hat etwas schiefe Zähne, einige Jahre auf dem Buckel und ist ein Auto: Der liebenswürdige „Hook“ – bekannt aus dem Disney-Film „Cars“ – ist der Neuzugang im Fuhrpark von Martin Hahn. Der 36-Jährige baut als Hobby Filmautos nach. Mit dem Abschleppwagen „Hook“ sorgt er für strahlende Kinderaugen, denn das Auto ist noch bis Ende August vor der Schmankerlhütte in Grafenschlag zum Fotografieren abgestellt.

Startschuss mit K.I.T.T. aus Knight Rider. Das Auto basiert auf einem 1958er Chevy Pickup, der von New York nach Rotterdam geschifft wurde. Im Dezember 2020 holte ihn Hahn aus Antwerpen, seitdem bastelte er daran. Es ist nicht sein erstes umfunktioniertes Filmauto: Begonnen hat alles 2006, erzählt der Versicherer: „Ich habe damals Geld gespart, um mir aus Dortmund einen Pontiac Trans Am zu kaufen und daraus K.I.T.T. aus Knight Rider zu bauen.“ Unterstützt wurde er von seinem Freund Jürgen Höllmüller, der Spengler- und Karosseriemeister ist. 2010 kam ein Chevy Bus dazu, den Hahn zum Gefährt des A-Teams umfunktionierte.

DeLorian, Ghostbusters, Batmobil. In den vergangenen Jahren wuchs der Fuhrpark: Mittlerweile hat Hahn unter anderem ein Batmobil, einen Mitsubishi Eclipse von Paul Walker aus der Filmreihe „The Fast and The Furios“, den DeLorian aus „Zurück in die Zukunft“, den Ghostbusters-Cadillac, Lightning McQueen aus „Cars“ und sogar ein Bat-Boot. Mit den meisten Autos war Hahn bereits auf Messen und Ausstellungen, eine Zulassung haben nur zwei Autos: K.I.T.T., der wie in der Kult-Serie sogar einige Sätze sprechen kann, und der A-Team-Bus. Dass Hahn mit seinem K.I.T.T. einkaufen oder auf Geschäftstermine fährt, kommt nicht selten vor – erstaunte Gesichter bei seinen Kunden inklusive: „Es hat mir schon viele Kontakte beschert und ist mittlerweile auch meine Visitenkarte.“

„Die Delle, die ich ins Universum haue“. Woher die Faszination kommt? „Es geht mir um das Feedback der Leute, die begeistert sind. Das ist nicht mit normalen Oldtimern zu vergleichen“, sagt Hahn. Seine Autos seien „die Delle, die ich ins Universum haue und die von mir übrig bleibt, wenn ich nicht mehr da bin.“

Bis dahin hat Hahn einen vollen Terminkalender. Weitere Umbauarbeiten sind bereits bis 2040 geplant, aber: „Ich habe so viele Ideen, dass ich 200 Jahre lang Arbeit hätte“, sagt Hahn lachend. So sollen in den nächsten Jahren etwa noch mehrere Batmobile aus den unterschiedlichen Filmen dazu kommen. Besonders die Autos der Comicfigur aus Gotham City haben es Hahn angetan: Sein eigenes ist mit einem funktionsfähigen Flammenwerfer ausgestattet. Er selbst ist regelmäßig mit einem Batman-Kostüm aus Toronto auf Umzügen unterwegs. Seine Partnerin Johanna hilft stilecht als Catwoman aus – und bastelt auch in der Garage mit: „Sie hat mich schon mit meiner Faszination kennengelernt und ist sehr verständnisvoll“, sagt Hahn über Johanna. Für seine Kinder fuhr der Vater sogar neun Stunden lang, um aus Deutschland ein Batmobil-Bett zu holen. Selbst sein Bademantel ist in Batman-Optik – ein Geschenk seiner Lebensgefährtin.

Treffen mit ehemaligen Geheimagenten. Nach 15 Jahren Autobastlerei hat sich Hahn ein internationales Netzwerk aufgebaut: 2020 hat er sich etwa eine Karosserie für einen Aston Martin von James Bond in der Nähe von Schloss Windsors gekauft. Sie tauscht er jetzt mit einem Sammler aus New Jersey für die Karosserie des Batmobils der Van Kilmer-Ära ein. Apropos James Bond: Als Hahn einem Kunden ein Auto versicherte, stellte sich der als ehemaliger Mitarbeiter eines Geheimdienstes heraus.

Autotreffen für Paul Walker. Für Autofans hat Martin Hahn etwas ganz Besonderes geplant: Am 28. und 29. August organisiert er in Grafenschlag das Autotreffen „Fast Legends“ als Hommage an den verstorbenen Schauspieler Paul Walker. Dann werden neben seinen Fahrzeugen auch Autos vieler Hobbybastler aus ganz Europa aufrollen, darunter der schwarze Charger, den Vin Diesel in den „The Fast and Furios“-Filmen fährt, oder das violette Cabrio der Figur des Roman Pierce. Der Erlös der Veranstaltung fließt in ein geplantes Museum, das er mit einem neu gegründeten Automobil-Verein ab 2022 betreiben will. Über den Standort möchte Hahn noch nichts verraten, allerdings sollen dort regelmäßig etwa 20 Filmautos ausgestellt werden.

Bis dahin wird an „Hook“ und „Lightning McQueen“ geschraubt: „Sie sollen bis zum Treffen reden können“, sagt Hahn. Hook soll typisiert werden, damit er wie im Film Lighning McQueen ziehen kann.

Wie viel Geld bisher in sein Hobby geflossen ist, weiß Hahn nicht genau, aber: „Da hätte ich mir auch schon ein kleines Einfamilienhaus leisten können“, sagt er schmunzelnd.