Blackout-Gefahr: FPÖ fordert TÜPl-Umbau in Allentsteig. Truppenübungsplatz Allentsteig soll nach FPÖ-Nationalratsabgeordnetem Alois Kainz zur „Sicherheitsinsel“ werden, Ministerium prüft.

Von Markus Füxl. Erstellt am 15. April 2021 (05:11)
FPÖ-Nationalratsabgeordneter Alois Kainz: „Müssen uns auf Blackouts vorbereiten.“
FPÖ

Weiterhin für eine Sicherheitsinsel (ein Standort, der im Katastrophenfall eine regionale Durchhaltefähigkeit gewährleisten soll, Anm.) setzt sich FPÖ-Nationalratsabgeordneter Alois Kainz ein. Er brachte jetzt einen entsprechenden Entschließungsantrag im Landesverteidigungsausschuss ein. Zuvor war er mit einer Petition auf Bundesebene abgeblitzt, die NÖN hat berichtet.

Der TÜPl biete laut Kainz ideale Voraussetzungen für eine solche Sicherheitsinsel: „Es gibt eine eigene Tankanlage, eine eigene Wasserversorgung, eine Notstromanlage, ein Krankenrevier und ausreichend Lagerkapazitäten für die Bevorratung von Versorgungsgütern. Zusätzlich könnte die eigene Wärmeversorgung durch Errichtung eines Biomasse-Heizwerkes am Truppenübungsplatz Allentsteig sichergestellt werden. Durch Sicherstellung der Wärmeversorgung und durch Wiedereinführung der Truppenküche, würde der Truppenübungsplatz Allentsteig alle Anforderungen an eine Sicherheitsinsel erfüllen“, sagt Kainz.

Solche Sicherheitsinseln gibt es in Niederösterreich bereits in der Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing und dem Fliegerhorst Brumowsky in Langenlebarn. Als dritter Standort könnte der Truppenübungsplatz Allentsteig im Ernstfall das gesamte Waldviertel versorgen, erklärt der FPÖ-Mandatar. „Anfang dieses Jahr kam es beinahe zu einem totalen Blackout Europas. Die Gefahr solcher Blackouts steigt, daher müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten“, erklärt Kainz. Der Grund dafür war ein regionaler Stromausfall in Siebenbürgen (Rumänien) im Jänner, der zu Unterfrequenz in ganz Europa führte. Im Zuge dessen fiel der Strom in mehreren europäischen Staaten aus.

Umstrukturierung wird im Ministerium geprüft

Auf NÖN-Nachfrage bestätigt Sprecher des Bundesministerium für Landesverteidigung, Michael Bauer, dass der TÜPl zu jenen Liegenschaften zähle, die „im Rahmen des Projekts ‚Autarkie militärischer Infrastruktur‘ Berücksichtigung finden, aber: „Aufgrund des aktuellen Bearbeitungsstands können derzeit noch keine konkreten Aussagen über den beabsichtigten, beziehungsweise möglichen Grad der Autonomie des Truppenübungsplatzes Allentsteig getätigt werden“, sagt Bauer.

Eine Umsetzung des Konzepts der „Sicherheitsinsel“, beziehungsweise der „Schutz- und Hilfe-Zonen“ sei aber mittelfristig beabsichtigt: „Somit wird auch die Weiterentwicklung des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Rahmen der Bearbeitungen zur Stärkung der Selbstversorgungsfähigkeit und Resilienz des Österreichischen Bundesheeres in angemessenem Ausmaß Berücksichtigung finden“, sagt der Sprecher.

Auch das Thema Truppenküche ist derzeit „in Beurteilung“: „Es ist uns wichtig, dies im Lichte der Autarkie, Nachhaltigkeit und Regionalität beurteilt zu sehen“, so Bauer.