Lavinia Lanner: Dimensionen spielen keine Rolle

Eindrucksvolle Zeichnungen der bekannten Künstlerin Lavinia Lanner sind noch bis 17. Oktober in der Galerie blaugelbezwettl zu sehen. Am vergangenen Samstag wurde die Ausstellung eröffnet.

Maria Moll Erstellt am 27. September 2021 | 07:35
New Image
Foto: Maria Moll

Die Salzburgerin Lavinia Lanner stellt derzeit einige ausgewählte Arbeiten unter dem Titel „The Long Now“ in der Galerie blaugelbezwettl aus, die im letzten Herbst und Winter entstanden sind. Am Samstagabend begrüßte Martin Anibas zusammen mit der Künstlerin zur Eröffnung der Schau.

Für die Ausstellungsstücke in der Galerie ließ sie sich durch Musik, Literatur und Theater inspirieren, wie dem Gespräch mit Kunsthistorikerin Paula Marschalek zu entnehmen ist. Die beiden Künstlerinnen unterhielten sich bereits im Vorjahr, dann gab es Terminverschiebungen, deshalb liegt der Text nun schriftlich auf.

Anzeige

Lavinia Lanner ist im salzburgischen Abtenau aufgewachsen, lebt und arbeitet in Wien. Dort hat sie in den Jahren 2005 bis 2010 zwei Universitätsstudien abgeschlossen, ein Kunst- und ein Sprachstudium. Obwohl Lanner in der Klasse für Malerei studierte, hat sie nie gemalt. Sie selbst sieht sich als Zeichnerin, die am liebsten ganz vorsichtig mit den sehr weichen 3B-Bleistiften auf hochwertigem Papier, auch Aquarellpapier, arbeitet. „Ich will den Unterschied zwischen Strich und Linie ergründen, das beschäftigt mich täglich“, sagt sie.

Um die feinen Graphitlinien nicht zu verwischen, werden diese in „ritualisiertem Arbeitsrhythmus“ mit mehreren Schichten des Fixativs gefestigt.
Bekannt ist Lanner für ihre großformatigen, feinen, subtilen und fantasiereichen Zeichnungen. Dimension spielt überhaupt eine große Rolle. So bläst sie in ihren Arbeiten zum Beispiel Satzzeichen auf beeindruckende Größe auf.

Lanners Mutter ist Italienerin. So war es wahrscheinlich naheliegend, dass Lavinia auch das Konferenz- und Dolmetschstudium für Italienisch und Englisch absolvierte. Sie arbeitet als Dolmetsch und Übersetzerin und lässt ihr Wissen um Sprachen gerne auch in ihre Kunst einfließen.

Im April arbeitete Lavinia für eine Ausstellung mit ihrer Schwester Sara zusammen. Sara, ausgebildet in zeitgenössischem Tanz, führte mit den Zeichnungen ihrer Schwester eine Performance auf, sodass die Beobachter in jedem Moment eine neue Ausstellung sahen. „Derzeit sind wir beide mit Niederösterreich sehr verbunden. Ich darf in der Landesgalerie ausstellen, Sara konnte vor Kurzem im Kunstraum des Palais NÖ in der Wiener Herrengasse einen Preis für ihr Können im Tanz in Empfang nehmen“, merkt die Zeichnerin an.
Die Ausstellung „The Long Now“ ist in der Galerie blaugelbezwettl bis 17. Oktober jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr zu besichtig