Stift Zwettl: Neuer Chor formierte sich

Premiere für 17 ehemalige Sängerknaben des Stiftes Zwettl – mit Lust auf mehr.

Erstellt am 20. November 2021 | 05:08
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Foto: Johann Graf

Mit einem Jahr coronabedingter Verspätung wurde die Gedächtnismesse zum 100. Geburtstag des beliebten Sängerknabenchorleiters Pater Stefan Holzhauser, der im Mai 2011 im Alter von 91 Jahren verstorben ist, nachgeholt. Dabei sangen 17 ehemalige Sängerknaben, die in den 1960er- und 1970er-Jahren diesem Chor des Stiftes Zwettl angehört haben. Weitere Auftritte der Altsängerknaben könnte es geben.

Der „Chor der ehemaligen Sängerknaben“ kam auf Initiative von Herbert Grulich zustande. „Ich hatte die Idee, dass ehemalige Sängerknaben den Gedenkgottesdienst für unseren damaligen Chorleiter musikalisch gestalten könnten. Der Rundruf bei den Altsängerknaben war erfolgreich, auch weitere Teilnehmer sagten zu“, erzählt Grulich. Somit bestand der Chor der Altsängerknaben aus 17 Sängern aus Niederösterreich und Wien, die unter der Leitung von Joachim Adolf nur zweimal für eine Messgestaltung geprobt haben. „Man hat gemerkt, dass diese Sänger ein sehr fundiertes Vorwissen haben, einige sind ja noch als Sänger aktiv“, lobte Adolf die in die Jahre gekommenen Sängerknaben. Er selbst war von 1970 bis 1974 Zwettler Sängerknabe. „Ich bin somit einer der jüngsten Altsängerknaben“, lacht Adolf.

Die ehemaligen Sängerknaben sangen die „Messe no.5 aux seminaires“ von Charles Gounod zur Freude der sehr zahlreichen Messbesucher. Gänsehautstimmung kam bei Felix Mendelssohn Bartholdy auf, als „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“ erklang. Für die Begleitung an der Stiftsorgel sorgte Gabriele Kramer.

Abt Johannes Maria Szypulski erzählte bei der Messe mit sehr bewegenden Worten über seine persönlichen Erfahrungen mit seinem „Novizenmentor“ und Chorleiter Pater Stefan, der bis 1984 die Zwettler Sängerknaben geleitet und danach ihm die Chorleitung übergeben hat. Der Abt bedauerte auch, dass die vermutlich „ältesten Sängerknaben Österreichs“ nicht öfter zu hören seien.

Dieser Wunsch könnte jedoch in Erfüllung gehen. „Dieser Auftritt war für uns ein wunderbares Feeling und wir haben ‚Lunte gerochen‘. Unser Plan ist, dass wir einmal pro Jahr eine Messe im Stift Zwettl gestalten werden und haben die Idee für ein Treffen der ehemaligen Zwettler Sängerknaben geboren“, gibt Grulich bekannt. Derartige Treffen habe es schon vor rund 30 Jahren gegeben – mit sehr vielen Teilnehmern. Da sich die Zwettler Sängerknaben 2017 mangels Nachwuchs aufgelöst haben (die NÖN berichtete), sei ein derartiges Treffen sicherlich etwas Besonderes. „Da gibt es viele Erinnerungen an die vielen Konzertreisen durch Europa, bei denen wir sogar vor der Queen in London gesungen haben“, meint Grulich.