Zwettler ÖVP holt vier neue Mandate. VP feiert weiteren Mehrheits-Ausbau in Stadtgemeinde. SPÖ halbiert. Grüne und FPÖ verlieren jeweils ein Mandat.

Von Markus Füxl. Erstellt am 28. Januar 2020 (07:38)

In absoluter Feierlaune war die ÖVP: Sie erzielte ein Plus von 8,9 Prozent zum Ergebnis 2015 und darf sich über vier zusätzliche Mandate freuen.

„Wir haben mit Zugewinne gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß. Das war eine Überraschung“, sagt Bürgermeister Franz Mold. Die Wähler hätten die Arbeitsweise der Zwettler ÖVP belohnt. „Mit ein Grund ist sicher unsere große Liste. Mit 62 Kandidaten hatten wir eine Riesenbewegung, die um Stimmen geworben hat“, sagt Mold weiter. Besonders erfreulich sei, dass in den Stadtsprengeln ähnlich gute Ergebnisse wie in den üblicherweise etwas stärkeren Katastralgemeinden eingefahren wurden. Den Wahlsieg feierten die Kandidaten gemeinsam mit Nationalratsabgeordneten Lukas Brandweiner und Landesrat Ludwig Schleritzko im Gasthaus „Die Hütte“ in Moidrams. „Das ist ein sensationelles Ergebnis. Ihr habt 100 Prozent gegeben“, lobte Brandweiner die Kandidaten.

„Wir haben mit 12 bis 13 Prozent die Decke erreicht. Wir kommen nicht darüber hinaus, da können wir 100 Purzelbäume machen.“ Grüne-Spitzenkandidatin Silvia Moser

Kräftig Federn lassen musste die SPÖ. Sie verlor zwei Mandate und hält jetzt zwei Sitze im Gemeinderat. Franz Groschan meint: „Alle freuen sich über die super Begegnungszone, die kommt. Dass das alles auf unserem Mist gewachsen ist, hat der Wähler nicht honoriert.“ Er befürchtet, dass die SPÖ keinen Stadtrat bekommen wird. „Bei der Wahl hat man wieder den Apparat gesehen, den die ÖVP in Niederösterreich hat.“

Auch die Grünen beklagen ein Minus. Ihnen ging ein Mandat verloren, sie halten jetzt vier Sitze im Gemeinderat. „Das fünfte Mandat war schwach abgesichert. Dass das Risiko bestand, es zu verlieren, war uns klar. Trotzdem ist das Ergebnis alles andere als ein Erfolg“, erklärt Silvia Moser. Sie kritisiert die „Übermacht der ÖVP“ und sagt: „Es ist nicht gut, wenn in einer Stadtrat-Sitzung nur eine Person neben der ÖVP sitzt.“ Als zweitstärkste Kraft in der Stadtgemeinde seien die Grünen die „einzig ernstzunehmende Oppositions-Partei“, sagt Moser.

„Bürgermeister-Bonus“ war Motor für ÖVP

Die FPÖ verlor ein Mandat und hält jetzt zwei Sitze im Gemeinderat. „Wir haben eine schwarze Alleinregierung. Jetzt können‘s wieder fünf Jahre lang tun, was sie wollen“, ärgert sich Ewald Edelmaier. Ein Grund für das gute Aussteigen der ÖVP sei der „Bürgermeister-Bonus“, wie der Freiheitliche sagt: „Franz Mold hat in seinem Jahr als Bürgermeister nichts anbrennen lassen und keine heiklen Entscheidungen getroffen.“

Edelmaier habe damit gerechnet, ein Mandat zu verlieren, aber gehofft, alle drei zu halten. Mit dem Ergebnis ist auch die Chance auf einen Stadtrat dahin. „Wir werden aber weiterkämpfen“, sagt Edelmaier abschließend.

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