Bürgermeister gegen Anwalt: Bizarrer Zwist um 17 Euro. Pöllas Gemeindechef poltert gegen Gmünder Rechtsanwalts-Kanzlei von Edmund Kitzler: 17,40 Euro seit Oktober offen. Kitzler hält sich nicht für zuständig.

Von René Denk. Erstellt am 19. September 2019 (05:43)
Markus Lohninger/René Denk
Links: Der Gmünder Rechtsanwalt Edmund Kitzler sieht nicht ein, warum er die offene Forderung der Gemeinde begleichen soll., rechts: Pöllas Bürgermeister Günther Kröpfl klagt über zunehmende Zahl an offenen Forderungen der Marktgemeinde.

Die Gemeinden plagen viele Probleme. Eines davon ist die fehlende Zahlungsmoral, beklagt Pöllas Bürgermeister Günther Kröpfl. Alles, was die Gemeinde nicht einbringen könne, müssten die Bürger bezahlen. Die Fälle würden sich häufen, klagt Kröpfl – und nennt das „Tüpfelchen am i“: Edmund Kitzler habe mit seiner Gmünder Rechtsanwaltskanzlei eine Rechnung über 17,40 Euro nicht beglichen.

Im Oktober 2018 habe dieser für eine Klientin Kopien von der Gemeinde angefordert, welche auch ausgestellt wurden.

„Die angefallenen Kosten wurden trotz mehrfacher Aufforderung bis dato nicht bezahlt. Es kann doch nicht sein, dass eine Rechtsanwaltskanzlei eine Rechnung von 17,40 Euro nicht begleichen kann“, sieht Kröpfl darin eine reine Provokation gegenüber dem Gemeindeamt. „Mit solchen Methoden ist er ein mieses Vorbild für den gesamten Berufsstand. Gerade ein Rechtsanwalt sollte noch viel mehr als eine Privatperson wissen, was Recht und Moral ist“, stößt es Kröpfl sauer auf.

Rechtsanwalt Edmund Kitzler ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich habe die Leistung für meine damalige Mandantin und nicht für mich beansprucht. Ich habe ihr sicher die Rechnung auch weitergegeben. Warum sie das nicht bezahlt hat, weiß ich nicht“, findet Edmund Kitzler, dass sich die Gemeinde an seine ehemalige Mandantin wenden müsse. Primär hafte sie. Seien diese Forderungen nicht einbringlich, sehe er auch, dass „ich subsidiär für die Mandantin hafte“.

Kitzler sieht anderen Grund hinter Aufregung

Kitzler ortet die Ursache für die Aufregung vielmehr darin, dass der Bürgermeister und er „nicht die besten Freunde“ seien, das Klima bereits von Beginn an aufgeheizt gewesen sei.

„Ich habe schon gewisse Eingaben gemacht, die in den Raum stellten, dass manche baubehördlichen Bescheide nicht ganz fair und willkürliche Aktionen waren“, erörtert Kitzler.

Es habe mehrere Gespräche zwischen Kröpfl und ihm gegeben, die „weder einer netten noch einer charmanten Art“ entsprochen hätten. In diesem Sprachstil habe der Bürgermeister Kitzler auch mitgeteilt, dass die Gemeinde auf die 17,40 Euro verzichten würde.

„Sollte irgendwo ganz klar stehen, dass ich bezahlen muss, werde ich meine Position überdenken und das natürlich auch tun“, sagt der Jurist zur NÖN. Kröpfl will eine Rechnung schicken, mehr Aufwand möchte er wegen 17,40 Euro nicht mehr betreiben („Da werden bald die Telefonkosten höher!“). Irgendwann werde er die Rechnung wohl abschreiben müssen: „Auf Kosten der Allgemeinheit!“