Leichtes Besucher-Plus bei Waldviertler Kinos. Man geht wieder öfter ins Lichtspieltheater, wie die Jahresbilanz von Kinobetreiberin Julia Gaugusch-Prinz zeigt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 24. Januar 2018 (05:00)
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Julia Gaugusch-Prinz gewährt Einblicke in die Schaltstelle des Gmünder Kinos. Für einen Blick in die Geschichte des Hauses bittet sie um Mithilfe.
Markus Lohninger

Nach einem leichten Minus 2016 ging es im Vorjahr wieder bergauf mit den Waldviertler Kinos: Insgesamt 92.000 Besucher verzeichnete Geschäftsführerin Julia Gaugusch-Prinz in den vergangenen zwölf Monaten im Stadtkino Gmünd (38.000) und in Zwettl (54.000) – also immerhin 5.000 mehr als im Jahr davor.

Große Blockbuster griffen nicht 

Große Überraschungen blieben in beiden Kinos aus. Nach Jahren mit relativ erfolgreichen heimischen Filmen gab es 2017 auch in dieser Hinsicht keinen Besuchermagneten. Vielmehr lockten die zweite Auflage von „Fifty Shades of Grey“, die dritte von „Fack ju Göhte“ und die achte Runde von „Fast & Furious“ die Massen in die Waldviertler Kinos, was etwa dem Bundestrend entsprach. Überraschend war eher, dass weltweite Blockbuster wie „Die schöne und das Biest“, „Star Wars: Die letzten Jedi“ oder „Spider-Man: Homecoming“ im Waldviertel nicht wirklich griffen.

Für Cineasten nicht überraschend, aber in der Dimension wohl doch unerwartet, fiel indes das Ergebnis einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) in Wien im Vorjahr aus. Ihr zufolge schufen die 136 heimischen Kinos im Jahr 2016 zusammen eine Wertschöpfung von 383 Millionen Euro. Immerhin 86 Millionen Euro werden laut IHS durch Kinobesucher auch außerhalb des Kinos – etwa in der Gastronomie – ausgegeben, zugleich würden auch Wertschöpfungs-Ketten bei Kino-Zulieferern ausgelöst. Für die Waldviertler Kinos kann Julia Gaugusch-Prinz diese Angaben nur unterstreichen.

„Fifty Shades of Grey“ als Quotenbringer

Die Waldviertler Kinos sieht sie als „wichtigstes, ganzjährig zur Verfügung stehendes Kultur- und Freizeitangebot für Jugendliche und junge Erwachsene“. Sie sind zugleich Arbeitgeber von insgesamt 24 Beschäftigten in Gmünd und Zwettl – von Schülern und Studenten über Teilzeit- und bis zu Vollzeit-Kräften. An die Gemeinden wird Kommunalsteuer entrichtet. Aufträge für die Erhaltung des laufenden Betriebes und zum Ausbau der Infrastruktur gehen wo immer möglich an heimische Betriebe, besonders 2016 war in der Hinsicht in Gmünd und auch Zwettl ein intensives Jahr.

2018 stehen keine größeren Investitionen an, der stärkste Quotenbringer im Waldviertel könnte der dritte Akt von „Fifty Shades of Grey“ werden. Abseits davon steht das Jahr im Zeichen zweier Jubiläen: 2018 bedeutet zehn Jahre Waldviertler Kino Zwettl, vor allem aber 100 Jahre Stadtlichtspiele Gmünd.

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